Mehrere Kehrtwendungen ermöglichen den unsinnigen und sündteueren Cable-Liner.

Vor zwei Jahren waren alle verantwortlichen Stellen gegen einen Cable-Liner, der den Hauptbahnhof mit der U1 verbinden soll. Nur zwei österreichische Firmen die Cable-Liner bauen, haben das Projekt favorisiert und nützten die Zeit für Lobbying. Die Player sind:

  1. Die ÖBB: In den ersten Informationsveranstaltungen 2007 hörte man kategorische Ablehnung: „Ein Cable-Liner fährt sicher nicht durch die Bahnhofshalle. Das haut unsere Architektur zusammen.“
    Nach zusätzlichem Geld (€ 30 Mio. extra im Infrastrukturpaket) vom Bund hat die ÖBB ihren Wiederstand aufgegeben.
  2. Die Wiener Linien: Sie wehrten sich gegen das neue Verkehrmittel mit neuem System und Wartungsaufwand. Sie wollten vor allem nicht den Betrieb übernehmen. Auf Grund des Drucks durch die Gemeinde Wien, schwindet zumindest der offizielle Wiederstand. Intern hat man noch immer keine Freude damit.
  3. Die SPÖ: Im März dieses Jahres war sie auf Bezirksebene noch gegen das Projekt. Jetzt im Juni bezeichnet sie DIE GRÜNEN als die Verhinderer, die dieses zukunftsweisende Projekt ablehnen. Sie haben rasch vergessen, dass sie vor kurzer Zeit, 4 Monate sind in der Zwischenzeit ins Land gegangen, auch noch gegen das Projekt gestimmt haben. Hier wurden die GenossInnen auf Bezirksebene von den RathausgenossInnen auf Linie gebracht: Jetzt heißt es : pro Cable-Liner!
  4. Die ÖVP: Monatelang ganz offen für das Cable-Liner-Projekt. Sie hat in den Medien angekündigt: Cable-Liner oder Gürtelsperre! Auch hier eine Kehrtwende: Der Cable-Liner ist plötzlich nicht mehr so wichtig. Aus ganz durchsichtigen Gründen: Da die Roten mit ihrer Mehrheit das Projekt durchziehen können, kann man aus taktischen Gründen auf Opposition umschwenken, um im Bezirk auf einige zusätzliche Stimmen zu schielen.

DIE GRÜNEN sind die einzigen, die von Anfang an gegen den Cable-Liner waren. Sie unterstützen auch die AnrainerInnen-Interessen, die keine Cable-Liner Remise am Südtirolerplatz haben wollen.

Dieses Projekt ist eine Schnapsidee: Unnötig, Ineffizient, Teuer.

Siehe auch: http://wieden.gruene.at/

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Gürtel untertunneln

hat es letztlich geheißen. Dass wir für mehr Grünraum sind, ist ja wohl klar! Aber nur gekoppelt mit intelligente Verkehrsmaßnahmen und nicht mit solchen die teuer, sinnlos und in Wirklichkeit nicht machbar sind!

Bericht vom 2. Tag der öffentlichen Anhörung – Teil 1: Verkehrsstation

Durch ein E-Mail war ich darauf vorbereitet. Trotzdem war ich überwältigt von der Anzahl der Expertinnen und Experten, die dort zur Verfügung standen, an die hundert! Und trotzdem war ich enttäuscht über die geringe Anzahl an Bürgerinnen und Bürger, die anwesend waren.

Nach einer kurzen Vorstellung der rechtlichen Grundlagen durch Mag. Andresek und des Projektes selbst durch DI Engel, stand der ganze ExpertInnenpool zu meiner Verfügung.

Meine erste Fragerunde habe ich an dem Schlagwort der ÖBB „kundenorientierte Verkehrsstation“ aufgebaut: In der Verkehrsstromanalyse des Österreichischen Raumordnungsinstitut wird aufgezeigt, dass es auf den Bahnsteigen, vor allem bei den Abgängen, aber auch in der Bahnhofshalle ein fürchterliches Gedränge geben wird. Meiner Meinung nach wenig kundenorientiert. Eine Verbesserung würde zusätzliche Abgänge bei der Durchfahrt Argentinierstraße bringen und mehr Fahrtreppen bei der Durchfahrt Mommsengasse bringen.

Dies wird seitens der ÖBB mit der Begründung abgelehnt, die Fahrgäste würden bei vielen Abgängen die Orientierung verlieren. Aber auch, dass die Abgänge vielen nicht nutzbaren Raum unter den Treppen und Fahrtreppen erzeugen.

An der Verkehrsstromanalyse habe ich noch kritisiert, dass der, der Berechnung zugrunde gelegte, Modalsplit von der heutigen Situation hochgerechnet wurde. Die ÖBB sollte sich ein hochgestecktes Ziel setzen und z. b. 75 % der Pendler aus Niederösterreich als KundInnen gewinnen. Gerade an den hohen Benzinpreisen sieht man, wie rasch sich hier Veränderungen ergeben und dann der Bahnhof zu klein dimensioniert ist.

Die Antwort war, man hat sich an die üblichen Prognosen gehalten.

Ich brachte den Vorschlag ein, das am Vorplatz Nord die Buslinie 13A den Gleiskörper der Linie O mitbenützen soll. Dies bringt die Fahrgäste näher an den Eingang. Hier kritisierte ich allgemein, dass alle, die mit dem Auto kommen (Taxi, Garage), näher an den Bahnsteigen sind, als die Menschen, die mit dem Öffis kommen. Weiteres Beispiel: die Haltestelle der Buslinie 13A liegt neben dem Bahnhof genau in der Mitte zwischen Eingangshalle und Durchfahrt Mommsengasse. Dies ergibt für die Fahrgäste einen zusätzlichen Weg von ca. 200 Meter.

Hier wurde zuerst argumentiert, dass die Frage des Vorplatzes Nord nicht Gegenstand des Verfahrens ist. Dies wurde aber richtig gestellt, das die beiden Vorplätze zum Gleisbauverfahren gehört. Aber die Frage der Linienführung ist eine Sache der Wiener Linien und ist noch veränderbar.

Ich brachte den Vorschlag ein, die Verkaufsfläche zu verkleinern. Dies bringt mehr Bewegungsflächen für die KundInnen der Bahn und auch weniger EinkäuferInnen, die zum teil mit dem Auto anreisen. Auch eine Reduktion der Stellplätze in der Garage wäre wünschenswert, da jeder Stellplatz zusätzlichen motorisierten Individualverkehr erzeugt. Die derzeitig existierende Garage ist sehr schwach ausgelastet. Der Standort ist mit öffentlichem Verkehr gut erschlossen und die ÖBB sollte sich bemühen, die Menschen auf die Schiene zu bekommen und nicht den MIV unterstützen.

Die meisten KundInnen der Geschäfte sind die Fahrgäste und dies ist ein Service an diese zu verstehen. Die Anzahl der Stellplätze orientiert sich an der bestehenden Garage. Außerdem rechnet man mit der Zunahme von KundInnen, die die ÖBB benutzen.

Teil 2: Umwelt folgt

UVP – öffentliche Auflage schon gestartet

Eine Voraussetzung für die Umsetzung des Stadtentwicklungsprojektes Hauptbahnhof ist die Durchführung von Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) – für den ‚Straßenbau‘, Städtebauvorhaben‘ und ‚Gleisbau‘ – um die Auswirkungen auf die Menschen und die Umwelt zu bewerten und unerwünschte Folgen auszuschließen.

Seit 9 Mai 08 liegen die Unterlagen zur öffentlichen Einsicht auf. Während dieser Auflagefrist kann jedermann/jederfrau eine persönliche Stellungnahme abgeben oder sich einer unabhängigen Bürgerinitiative anschließen.

Zitiert aus der Kundmachung der MA 22

– Zeit und Ort der möglichen Einsichtnahme

Der Genehmigungsantrag und die Projektsunterlagen inklusive der Umweltverträglichkeitserklärung liegen sechs Wochen lang (ab dem 9. Mai 2008 bis einschließlich 20. Juni 2008 ) beim Amt der Wiener Landesregierung, Magistratsabteilung 22 – Wiener Umweltschutzabteilung, Wien 20, Dresdner Straße 45, UVP-Koordination, 3. Stock, Zimmer 3.24, Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und 13.30 bis 15 Uhr; Donnerstag zusätzlich von 13.30 bis 17 Uhr zur öffentlichen Einsichtnahme auf.

– Hinweise

Zum Vorhaben und zur Umweltverträglichkeitserklärung kann jedermann ab dem 9. Mai 2008 bis einschließlich 20. Juni 2008 eine schriftliche Stellungnahme an die Wiener Landesregierung, p.A. Amt der Wiener Landesregierung, Magistratsabteilung 22 – Wiener Umweltschutzabteilung, Wien 20, Dresdner Straße 45, abgeben. Innerhalb derselben Frist können die Parteien des Verfahrens bei der Wiener Landesregierung, p.A. Amt der Wiener Landesregierung, Magistratsabteilung 22 – Wiener Umweltschutzabteilung, Wien 20, Dresdner Straße 45, schriftlich Einwendungen erheben.

Was ist aber eine UVP?

wir werden hier immer wieder Infos und Meinungen zu diesem Thema bringen. Inzwischen finden Sie eine Antwort auf dieser Frage hier und hier