Wie geht die ÖBB mit BürgerInnen um

Die ÖBB beschert uns eine Milliarde € Verlust (seltsame Geschäfte im In- und Ausland), 4 Millionen € Boni für gescheiterte Manager und dann ein Hauptbahnhofprojekt, dass an einem anderen Standort besser gewesen wäre (westlich der Laxenburgerstrasse).

Wien braucht einen Hauptbahnhof mit breiten Bahnsteigen wie zum Beispiel die vom Praterstern und keine engen nur weil zu wenig Platz da ist wegen der Immobilienentwicklung. Jetzt haben wir ein Immobilienprojekt mit einem Hauptbahnhof garniert mit einem Cableliner um mindestens 40 Millionen € und auch nur weil der Bahnhof zu weit weg von der U1 ist und weil die Firma Doppelmayr super lobbyiert hat bei der Stadt Wien.

Seltsamer Umgang mit den BürgerInnen

Als ob es noch nicht genug wäre gibt es einen zwar rechtlich korrekten aber doch seltsamen Umgang mit BürgerInneninitiativen. Nach intensiven Kontakten vor Beginn der Umweltverträglichkeitsprüfung schaut die Sache nach ihr ganz anders aus. Da braucht es keine Kontakte mehr, man hat ja was man so brauchte. Gespräche werden abgesagt, jetzt ist ja rechtlich alles klar.

Es bleibt ein schaler Geschmack zum Bahnhof und zur Umweltverträglichkeitsprüfung im Besonderen. Wenn es sich nicht auszugehen scheint für die Betreiber, dann wird man erfinderisch, man hat ja die besten Anwaltskanzleien. Es zahlen ja sowieso die SteuerzahlerInnen, ganz gleich ob die Boni oder die Kanzleien.

Die Gewaltenteilung in Österreich lässt zu wünschen übrig

Die Behörde ist identisch mit der Auftragsgeberin, dem Ministerium bzw. der Stadt Wien. Da scheint ja mit der nicht durchgeführten Gewaltenteilung noch einiges im Argen zu liegen. Dass prüfende Behörde und Auftraggeber Ministerium bzw. Republik Österreich identisch sind verwundert, erklärt aber vieles im aktuellen Verfahren.

Österreich braucht da noch einen Demokratieschub, es kann nicht sein, dass es keine wirklich unabhängige Behörde zur für die UVP gibt. Dazu kommt das dauernde Gejammer der Auftraggeber, dass die Verfahren zu lange dauern. Das einzige, das wirklich im Argen liegt sind die abnehmenden BürgerInnenrechte in den UVP-Verfahren. Außer dem langen Namen (Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren) ist bei diesem Verfahren kaum mehr etwas interessant für BürgerInnen.

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Passivhausstandards für das Stadtentwicklungsgebiet Hauptbahnhof

Der neue Stadtteil Hauptbahnhof könnte und sollte ein Vorzeigeprojekt für ökologisches Planen und Bauen werden! Im Rahmen der Rechnungsabschlusssitzungen haben wir den Antrag eingebracht, dass der gesamte geförderte Wohnungsneubau am Areal des Stadtentwicklungsgebiets Hauptbahnhof in Passivhausbauweise errichtet werden soll. Um das sicherzustellen, muss die Stadt Wien die wichtigsten Zielsetzungen als Voraussetzung für die Teilnahme am Wettbewerb und den Kauf von Liegenschaften vorschreiben. Der Antrag würde grundsätzlich zugestimmt und zwar für die Weiterleitung an den zuständigen Ausschuss. In ein paar Wochen erhalten wir eine Antwort und es wird sich herausstellen, in wieweit die Stadt Wien auf zukunftsfähige Energie-Effizienzstandards wert liegt.

(Antrag hier nachlesen: Antrag_Hauptbahnhof_Ökologische Bauweise)

Bericht vom 2. Tag der öffentlichen Anhörung – Teil 2: Umwelt

Positiv ist zu bemerken, dass die Nutzung von Erdwärme in der Bodenplatte der Garage angedacht ist. Mein Vorschlag, die Erdkörper unter den Bahnsteigen zwischen der Argentinierstraße und Mommsengasse bzw. Mommsengasse und Ghegastraße auch zu nutzen und den Überschuss an Energie eventuell an die angrenzenden Liegenschaftseigentümer zu verkaufen.

Der Projektbetreiber hat dies in Erwägung gezogen und Untersuchungen angestellt. Man muss bei den Flächen rundherum 3 Meter abziehen, da erst dann die erforderlichen Temperaturen gewährleistet sind. Das Einbringen von Kollektoren bei aufgeschütteten Erdkörpern ist technisch schwieriger. Es ist machbar, aber teurer. Die Investitionen rentieren sich erst nach 24 Jahren.

Die Lärmschutzwände soll in der Station bis zum Dach hochgezogen werden.

Dies ist aus Brandschutzgründen (Rauchabzug) nicht möglich.

Verbesserter Lärmschutz: Geplant sind Lärmschutzwände links und rechts entlang der Bahnhofsanlage. Da in vielen Bereichen die Anlage aus vielen Gleisen besteht, sind zum besseren Lärmschutz mindestens nach jedem zweiten Gleis eine Lärmschutzanlage zu errichten (sieh Westbahn vor St. Pölten und zwischen Melk und Amstetten). Außerdem sollte man die Lärmschutzwände auch für die Erzeugung von Solarenergie verwenden.

Die Anordnung von Lärmschutzwänden zwischen den Gleisen ist aus Platzgründen nicht möglich.

Hier musste ich spontan folgenden Kommentar abgeben: Bei der Errichtung einer Lärmschutzwand benötigt man daneben einen Fluchtweg, so dass pro Lärmschutzwand ca. 1,5 Meter verloren gehen. Bei vier Wänden zwischen den Gleisen sind das 6 Meter. Und die können nicht verkauft werden. Verkaufserlöse sind der ÖBB wichtiger als der Schutz der Bevölkerung.

Die Verwendung der Lärmschutzwände zur Gewinnung von Solarenergie wird untersucht. Ein abschließendes Ergebnis liegt noch nicht vor.

Durch den Einbau von bituminösen Tragschichten werden zusätzlich große Flächen gegenüber heute versiegelt. Dies bringt Schwierigkeiten im Kanalnetz. Daher ist für das gesamte Projekt Regenwassermanagement vorzuschreiben.

Hier kam ein Vorwurf, wie GRÜNE ein Regenwassermanagement verlangen können, da ja bei Unfällen das Wasser verunreinigt werden kann und da ist es besser, man leitet es in den Kanal. Außerdem benötigt man große Flächen zum Versickern, die im städtischen Bereich nicht vorhanden sind.

Durch die Regenüberläufe kommt es zur Verschmutzung der Vorfluter Wien und Donaukanal. Daher wird das Wasser über den 10. Bezirk nach Simmering umgeleitet.

Hier musste ich folgendes entgegnen: Entlang der Wien wurde ab Pilgramgasse ein großer Sammelkanal gebaut, der auch als Retentionsbecken fungiert. Daher gelangen keine mit Fäkalien verschmutzte Regenwässer in die Wien. Es gibt in der Argentinierstraße einen Punkt im Kanalnetz, der die zusätzlichen Abwässer nicht problemlos aufnehmen kann.

(Anmerkung: Das Regenwassermanagement etwas mehr ist, als Wasser zu versickern, hat sich bis zum Projektbetreiber noch nicht herumgesprochen. Hier bedarf es noch Überzeugungsarbeit.)

 

Umweltvorzeigeprojekt ist der neue Hauptbahnhof keines

Der neue Hauptbahnhof ist eines der wichtigsten Projekte der Stadt Wien. Seit Jahrzehnten ist von einer Bündelung des Schienenverkehrs in einem zentralen Bahnhof die Rede. Der neue Hauptbahnhof soll ein Jahrhundertentwurf werden, so wünschen es sich zumindest die Bundesregierung, die Stadt Wien und die ÖBB. Im November 2008 soll der UVP-Bescheid (Umweltverträglichkeitsprüfung) erlassen werden.

Das Ende des Erdölzeitalters bringt mehr Bahnreisende

Der Bahnhof ist eine Zukunftsinvestition und wenn die Erdölpreise weiterhin so rasant steigen, werden mehr Menschen die Bahn benützen als bisher. Erdöl wird knapper und teurer, die Bahn wird damit wieder attraktiver. Wir müssen das Reisen, aber vor allem die Bahnhöfe so attraktiv wie nur möglich gestalten. Es braucht Platz, die Menschen müssen sich bewegen können, statt eingepfercht sich zu drängen. Leider ist der Bahnhof aber zu eng geplant. In dem Teil der UVP Unterlagen, die die Bahnsteige, die Stiegen und Rolltreppen aber auch die Verteilerhalle betreffen, wird der ganze Bahnhof als zu eng, die Stiegen bei Stoßzeiten als zu überfüllt bezeichnet. Die Verteilerhalle erinnert an die am Schwedenplatz zur Hauptverkehrszeit. Schuld daran trägt die Immobilienentwicklung am Bahnhof. Man könnte auch sagen die Immobilieninteressen der Bahn haben gegen die Passagiere die Oberhand gewonnen. Das deutet des ÖBB eigene Papier an. Das ganze ist keineswegs geheim, es ist ein Teil der Öffentlichen Auflage.

Feinstaubarmer Bahnhof

Der Abriss des alten Süd und Ostbahnhofs muss eine Musterbaustelle werden. Die ÖBB müssen Vorbild für alle Großbaustellen werden. Baustellen sind nicht nur in Wien ein Ärgernis, sie sind manchmal auch Feinstaubquellen erster Ordnung. Die Leopoldstadt kann da mit dem Abbruch des Uniquagebäudes ein Lied singen. Der U-Bahnbau verschlechtert die Situation zusätzlich. Die Feinstaubmessstelle in der Taborstrasse war Rekordhalterin in Österreich.

Und weil mensch aus Erfahrungen lernen kann, brauchen wir eine Befeuchtung der Baustelle, Reifenwaschanlagen, damit der Dreck dort bleibt, wo er hingehört und Partikelfilter bei allen Baumaschinen verpflichtend wie in der Schweiz und vor allem brauchen wir EURO IV – LKWs und keine anderen, weil die gibt es längst. Die ÖBB sollte dabei nicht sparen sondern eher beim zusätzlichen Geld für den abgehenden Herrn Huber.

Lärmschutzwände als Sonnenkraftwerk

Ökologie ist natürlich ein Kernthema für uns, hier werden wir immer wieder unsere Ideen und Forderungen bringen und zur Diskussion stellen. Ein wichtiges Thema ist ökologisches Bauen. Wir sind der Meinung, dass ein Projekt dieser Größenordnung, das mit soviel Aufwand entstehen wird, Vorzeigecharakter haben soll!

Schon 2001 wurde von der Asfinag entlang der Südautobahn A2 bei Gleisdorf eine Photovoltaik–Lärmschutzwand gebaut. Auch in Wien wurde 2007 am Margaretengürtel eine Photovoltaik-Anlage, integriert in Lärmschutzwänden in Betrieb genommen.

Entlang der Gleisanlagen des geplanten Hauptbahnhofes sind beidseitig Lärmschutzwände vorgesehen. Durch einen geringen Mehraufwand bei den Kosten könnten die Lärmschutzwände als Photovoltaik–Lärmschutzwand ausgebildet werden. Dies wäre ein Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Angesichts des Klimawandels ist es unerlässlich, jede sich bietende Möglichkeit zu nutzen, um das Kyotoziel zu erreichen.

Die ÖBB ist aufgefordert, ihren Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes zu leisten. Was entlang der Autobahn möglich ist, muss auch entlang der Bahn möglich sein.

Diese Forderung wurde in einem Resolutionsantrag von den GRÜNEN WIEDEN in der Bezirksvertretungssitzung am 6. März 2008 eingebracht. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Resolutionsantrag: Lärmschutzwand – Grüne Wieden

von Manfred Itzinger (Klubobmann der Grünen Wieden)