Schleppgleis

Nicht ganz so bunt wie im Frühjahr zeigt sich das ehemalige Schleppgleis jetzt im Herbst. Es sollte nur öfters der Müll entfernt werden. 

Ich habe im Juni an die M 22 – Umweltschutz geschrieben, sie soll das Gebiet unter Schutz stellen. Die MA 22 hat Recherchen angestellt und schrieb mir zurück:  

„Die Besichtigung hat ergeben, dass es sich um eine Schotterfläche – vermutlich Gleiskörper eines Schleppgleises – handelt, die teilweise mit Pionier- bzw. Ruderalpflanzen bewachsen ist. Ähnliche Vegetationsbilder finden sich in unmittelbarer Umgebung, z.B. auf Schotterfläche der angrenzenden Tankstelle, Böschung zwischen Arsenalstraße und neuem Gleiskörper des Hauptbahnhofes. ………… Ein Grund für einen Schutz der besagten Fläche gemäß Wiener Naturschutzgesetz 1998 i.d.g.F. liegt auf Grund obiger Recherchen nicht vor.“

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Gleisanschluss der Druckerei Herold

Ehemaliger Gleisanschluss des Arsenals, der unter anderem das Bundesheer beliefern konnte und auch die Druckerei Herold. Nachdem das Gleis entfernt wurde, liegt das Grundstück brach.

Ein Gleisanschluss führte von der Ostbahn bis zum Bundesheergelände. Das Bundesheer hat die Reparaturwerkstätte aufgelassen und siedelte ab. Das Heer benötigte den Anschluss nicht mehr.

Die Druckerei Herold aber wollte auch in Zukunft ihre großen Papierlieferungen weiterhin mit der Bahn abwickeln. So wurde der Bahnanschluss gebaut, wenn er auch einige technischen Schwierigkeiten bereitete. Um das Höhenniveau des Hauptbahnhofes zu erreichen, beginnt die Steigung der Bahn schon vor der Bücke über die Gudrunstraße. Durch das Niveau der Arsenalstraße ist die Höhenlage des Gleises in diesem Bereich festgelegt. Es wurde eine Lösung gefunden und der Gleisanschluss wurde gebaut.

Durch die langen Bauarbeiten der Gleisanlagen für den Hauptbahnhof, war die Firma Herold mehr als 5 Jahre vom Gleisnetz getrennt. In dieser Zeit wurde der Transport auf LKW umgestellt. Als der Anschluss an das Gleisnetz wieder hergestellt war, ging es daran, die Sicherung der Straßenüberfahrt über die Arsenalstraße zu klären.

Neue Bestimmungen machten das ganze kompliziert und teuer. Man einigte sich nicht mit der ÖBB und die Firma blieb dabei, die Transporte mit LKWs abzuwickeln. Sehr zum Nachteil der Anrainer_innen und des Klimaschutzes.

Warum man die Sicherungsfragen nicht vor dem Bau geklärt hat, ist nicht mehr zu eruieren. Vielleicht war diese Detailfrage nicht wichtig genug und man hatte andere Sorgen. Man hätte sich aber einiges Geld sparen können: zuerst die sehr komplizierte Planung, den Bau, die Verhandlungen und zum Schluss den Abbau des Gleises.

Jetzt liegt das Grundstück brach. Was mit dem Grundstück geschieht, ist offen. Das Bauhaus soll Interesse zeigen: für zusätzliche Parkplätze und Lagerfläche.