Wasserspeicher unter Fußballfeld

Im Rahmen eines Kanal-Maßnahmenpakets für Simmering wird unter dem Fußballfeld des Sportplatzes Mautner Markhof in der Haidestraße 10 ein großes Speicherbecken gebaut.

Damit reagiert die Stadt Wien auf die immer vermehrt auftretenden Starkregenereignisse, eine Folge des Klimawandels. Kein Kanalnetz kann für solche Ereignisse dimensioniert werden. Um die Auswirkungen dieser Ereignisse etwas abzufedern, werden ein neues Speicherbecken und zwei Transportkanäle gebaut. Als Standort für den Speicher haben die Kanalplaner mit dem Sportplatz in der Haidestraße 10 den idealen Standort gefunden. An einem topografischen Tiefpunkt des Bezirks wird hier ein 90 Meter langes, 45 Meter breites und sieben Meter tiefes Becken untergebracht. Unmittelbar unter dem Hauptspielfeld werden bei Regenwetter bis zu 28,5 Millionen Liter Wasser zwischengespeichert.

Um das Becken nach einem Regenereignis zu entleeren, sorgen zwei Pumpen für eine rasche Entleerung. Mit einer Förderleistung von 300 Litern pro Sekunde ist das Becken bereits nach rund 20 Stunden für den nächsten Starkregen bereit.

Die beiden neuen Transportkanäle, die an das Speicherbecken angeschlossen sind, verfügen mit einem Durchmesser von zwei Metern und einer Länge von zwei Kilometern über ein zusätzliches Fassungsvermögen von sechs Millionen Liter Regenwasser. Die Kanäle verlaufen dabei quer durch Simmering. Die eigentlichen Kanalbauarbeiten werden unterirdisch, also möglichst aufgrabungsfrei, hergestellt. Die Bauarbeiten begannen im Oktober 2013 und werden voraussichtlich im Herbst 2016 abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten für den Speicher betragen rund 30 Millionen Euro.

Im Zuge der Baumaßnahmen wird der Sportplatz saniert. Das Hauptspielfeld erhält einen neuen Kunstrasen, das kleinere Spielfeld einen Naturrasen. Nicht nur dadurch erstrahlt die Anlage in neuem Licht. Auch eine moderne Flutlichtanlage sorgt für ideale Spielbedingungen bei jeder Jahres- und Tageszeit.

Quelle: http://www.wien.gv.at/umwelt/kanal/baustellen/kanal-simmering.html

 

Auch beim Hauptbahnhof wurde zur Entlastung des Kanalnetzes ein Speicher geschaffen. https://schaffnerin.wordpress.com/2012/11/24/grauwasserspeicher-zur-entlastung-des-kanalnetzes/ Dort wird das Wasser für Reinigungszwecke verwendet.

Leider ist Regenwassermanagement in Wien noch immer ein Fremdwort. Es ist dringend erforderlich, das Regenwassermanagement vor allem in den Neubaugebieten in den Flächenwidmungsplänen vorgeschrieben wird.

https://schaffnerin.wordpress.com/2008/08/25/regenwassermanagement-ist-nicht-nur-versickerung/ Die vorgeschriebenen 10 % der Grundfläche für Versickerungen frei zu halten ist viel zu wenig, gegenüber den Flächen, die jedes Jahr neu versiegelt werden.

Under Construction: Finanzkrise am Hauptbahnhof

Die weltweite Finanzkrise könnte Auswirkungen auf die Errichtung des Hauptbhanhofs haben, nach dem ein Gutteil der Errichtungskosten durch Immobillienverkauf finanziert werden sollen und niemand derzeit weiss, wie es mit Grundstücks- und Immobilienpreise stehen wird.

Wir fordern absolute Transparenz, wie es um das Projekt steht. Gleichzeitig ist es aber auch eine Chance den Bahnhof so zu gestalten, dass er den Bedürfnissen des zu Ende gehenden Erdölzeitalters entspricht. Das heißt mehr Kompfort und breitere Bahnsteige.

Es ist auch eine Chance das Projekt eines neuen Stadtteils ökologischer zu machen Investitionen in Regenwassermanagement und Photovoltaik gehören da genauso dazu wie mehr Platz für die FußgängerInnen auf Kosten des Straßenverkehrs.

Regenwassermanagement ist nicht nur Versickerung

Vom Vertreter der Bürgerinitiative Hauptbahnhof Wien Manfred Itzinger wurde in der öffentlichen Verhandlung zur Umweltverträglichkeitsprüfung am 8. Juli 2008 zum Projekt Städtebauvorhaben „Hauptbahnhof Wien“ nachgefragt, ob Regenwassermanagement vorgesehen sei. Die Antwort der ÖBB, dass direkte Versickerung vorgesehen sei, ist mehr als unbefriedigend.

Regenwassermanagement ist mehr als Versickerung. So kann aufbereitetes Regenwasser als Brauchwasser für die Bewässerung von Grünflächen, aber auch für Toiletteanlagen verwendet werden.

In Berlin gibt es ein gelungenes Beispiel für Regenwassermanagement. Im Neubaugebiet rund um den Potsdamer Platz wurde schon in der Planung die entsprechenden Maßnahmen berücksichtigt. Für die Hochhäuser gibt es Gründächer, die das Regenwasser zum Teil zurückhalten, Zisterne, aus denen die Brauchwasserleitungen in den Hochhäusern gespeist werden und ein kleiner See, in dem das Wasser gereinigt wird, bevor es in den Vorfluter abgegeben wird.

Eine ähnliche Planung wie in Berlin in dem gesamten Areal rund um den Hauptbahnhof könnte die Belastung der Kanäle und der Kläranlage wesentlich vermindern und wäre ein Beitrag zur Schonung der Trinkwasserressourcen.

Siehe auch den Artikel Regenwassermanagement auf

http://wieden.gruene.at/hauptbahnhof/artikel/lesen/27237/