Pressekonferenz: Wien Hauptbahnhof – Neue Mobilität im Zentrum Wiens

Am 10. Juni 2014 luden Doris Bures, Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie und Christian Kern, Vorstandsmitglied der ÖBB Holding AG zur Pressenkonferenz ein.

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Doris Bures: Der Hauptbahnhof Wien ist eines unsere größten Infrastrukturprojekte. Im Vollbetrieb halten 1.100 Züge täglich und er bringt die umweltfreundlichste Art zu reisen.
Christian Kern: Unsere Kunden werden enorm von besseren und noch schnelleren Verbindungen profitieren.

Der Wiener Hauptbahnhof bietet kürzere Fahrzeiten, mehr Verbindungen, bequemeres Umsteigen, ein Einkaufszentrum und ansprechende Architektur.
Im Oktober öffnet die BahnhofCity (Einkaufszentrum). Am 14. Dezember 2014 (zum Fahrplanwechsel) werden auch die ersten Fernverkehrszüge am Wiener Hauptbahnhof halten. Als ersten Vorgeschmack auf die spätere Drehscheibenfunktion werden die railjets Graz-Prag und München-Budapest im Zweistundentakt am Hauptbahnhof halten. Erstmals wird es alle zwei Stunden eine Fernverkehrsverbindung mit dem ICE via Passau, Linz und St. Pölten ohne Umsteigen zum Flughafen geben.
Bei vielen Fernverkehrsverbindungen entfällt das Umsteigen bzw. es muss nur mehr einmal umgestiegen werden, was den Komfort wesentlich steigert. So muss man z. B. von St. Pölten nach Mödling nicht mehr zweimal , sondern nur noch einmal umsteigen.
Im Dezember 2015 erfolgt die Vollinbetriebnahme: Ab diesem Zeitpunkt wird der gesamte Fernverkehr über das neue Bahnhofssystem Wien Meidling/Wien Hauptbahnhof führen.
Mit dem Wiener Hauptbahnhof sparen Kunden Zeit. In der Ostregion sind das pro Jahr 3,05 Millionen Fahrgaststunden.
Für einige wenige rund um den Westbahnhof bringt es eine Verschlechterung mit sich. Die Verlegung der Fernreisezüge nach Meidling, bzw. Hauptbahnhof bringt eine Verlängerung der Reisezeiten in den Westen von bis zu 10 Minuten.

Neuer Masterplan für das Gebiet östlich des Helmut-Zilk-Parks

In einer Pressekonferenz am Donnerstag, 4. April wurde der neue Masterplan für das Gebiet östlich des Helmut-Zilk-Parks vorgestellt.

Von links nach rechts: Maria Vassilakou, Vizebürgermeisterin und Planungsstadträtin; Josef Kaindl, Stellvertretender Bezirksvorsteher von Favoriten; Herbert Logar, Geschäftsführer der ÖBB Immobilienmanagement GmbH; Max Rieder, Sprecher der mitwirkenden Planungsbüros

Von links nach rechts: Maria Vassilakou, Vizebürgermeisterin und Planungsstadträtin; Josef Kaindl, Stellvertretender Bezirksvorsteher von Favoriten; Herbert Logar, Geschäftsführer der ÖBB Immobilienmanagement GmbH; Max Rieder, Sprecher der mitwirkenden Planungsbüros

Maria Vassilakou, Vizebürgermeisterin und Planungsstadträtin: Für die Entwicklung des neuen Masterplans wurden neue Wege gesucht und der Weg eines kooperativen Planungsverfahrens* gewählt. Dieses neue Verfahren wurde ein Erfolg, sodass in Zukunft weiterhin dieser Weg beschritten werden soll.

Die wichtigsten Änderungen gegenüber dem alten Masterplan sind:

  • Die geplante Straße wurde an den Rand zur Bahn gelegt, sodass in der Mitte Platz für eine autofreie Promenade bleibt.
  • Auf Kosten von Gewerbeflächen gibt es ca. 50.000 m² mehr für Wohnungen. Als Abschirmung zur Bahntrasse werden Hochgaragen errichtet.

In Anlehnung an die Qualität der gründerzeitlichen Stadt sind nutzungsoffenen Strukturen geplant, die für zukünftige, veränderte Ansprüche flexibel bleiben. Dies kann durch großzügigere Raumhöhen erreicht werden. Ebenso sollen in der Erdgeschoßzone größere Geschoßhöhen eine Nutzungsvielfalt ermöglichen. Durch Hochgaragen für mehrere Objekte am Rande zur Bahn, soll das Viertel autofrei bleiben.

Josef Kaindl, Stellvertretender Bezirksvorsteher von Favoriten: Wichtig ist es, dass sich die zukünftigen BewohnerInnen dieses neuen Viertels wohl fühlen. Auch die Verbindung über den Helmut-Zilk-Park zum bestehenden Favoriten soll gewährleistet werden. Fußläufig ist man in fünf Minuten in der FußgängerInnenzone Favoritenstraße. Aber die Planung ist noch nicht abgeschlossen, es kann die eine oder andere Änderung noch in das Projekt einfließen.

Herbert Logar, Geschäftsführer der ÖBB Immobilienmanagement GmbH: Mit dem kooperativen Verfahren wurde ein ganz neuer Weg beschritten. Es soll ein lebendiger Stadtteil mit hoher Wohn- und Lebensqualität geschaffen werden. Das Ergebnis ist eine kleinteilige Struktur mit wirtschaftlich realisierbaren Größen der Wohnbebauung. In einem Jahr soll der Bebauungsplan fertig gestellt sein und 2016 soll mit dem Bauen begonnen werden.

Max Rieder, Sprecher der mitwirkenden Planungsbüros: Es war ein Paradigmenwechsel. Von vornherein gab es eine gemeinsame Zusammenarbeit an einem Projekt. Es war ein Fitnessprogramm für ArchitektInnen. PolitikerInnen, AnrainerInnen und AuftraggeberInnen. Über fast vier Monate wurde gearbeitet und das Ergebnis kann sich sehen lassen, es gibt keine Barrieren, kein Ghetto, sondern eine Nutzungsvielfalt. Für die Ausgestaltung sind jetzt die Architekten am Zug.

In der Mitte des Modells liegt das Planungsgebiet.Östlich des Parks sind die kleinteiligen Blocks zu sehen.

In der Mitte des Modells liegt das Planungsgebiet.Östlich des Parks sind die kleinteiligen Blocks zu sehen.

Kooperatives Planungsverfahren

Bei kooperativen Planungsverfahren sind meist verschiedene gesellschaftliche AkteurInnen mit jeweils unterschiedlichen Interessen beteiligt:

  • BürgerInnen
  • PolitikerInnen
  • VertreterInnen der Verwaltung
  • UnternehmerInnen
  • VertreterInnen von Interessensgruppen
  • PlanerInnen

Die PlanerInnen, die ihre Tätigkeit nach fachlichen Kriterien, gesetzlichen Grundlagen und im Idealfall nach einem größeren gesellschaftlichen Nutzen ausrichten, nehmen im Rahmen von Planungsprozessen zu einem großen Teil Kommunikationsaufgaben wahr: Sie informieren, präsentieren, diskutieren, moderieren, motivieren, fördern Akzeptanz, suchen Lösungen oder regen zum Handeln an. Die Art und Weise, wie diese Kommunikationsaufgaben erfüllt werden, ist ein entscheidender Faktor für die Qualität von Beteiligungsprozessen.

Kooperative Planungsverfahren erleichtern Entscheidungen, sei es über Flächennutzungen, Stadtentwicklung, Verkehrsführung oder Organisationsentwicklung. In kooperativen Planungsverfahren werden komplexe Aufgaben zeitnah und effektiv gelöst: Die Qualität der Ergebnisse und durch Akzeptanz erleichterte Umsetzung sind unschlagbare Vorteile solcher Verfahren.

Der für die Abstimmungsprozesse nötige Zeitaufwand wird durch eine effiziente Arbeitsweise gering gehalten – und rechnet sich nachher, indem öffentliche Kritik schon im Voraus aufgefangen und in konstruktive Bahnen gelenkt wird.

Vielschichtige Aufgaben erfordern die Zusammenarbeit auf breiter Basis. Die wichtigsten Akteure werden frühzeitig beteiligt. In moderierten Workshops erarbeiten Experten und Betroffene gemeinsam zentrale Fragestellungen, erkunden Lösungsmöglichkeiten und tragen Vorstellungen zur Entwicklung zusammen.