ÖBB sind eine wichtige nachhaltige Stütze für Österreichs Umwelt

Die Bahn ist das mit Abstand umweltfreundlichste Verkehrsmittel: Die Bahn liefert mit klimafreundlichen Technologien einen großen Beitrag zur CO2-Bilanz Österreichs. Sie spart insgesamt durch ihre Verkehrsleistungen auf der Schiene in Österreich jährlich rund 3 Mio. Tonnen CO2-Emissionen.
Alleine in Österreich werden durch die ÖBB 201 Mio.-PKW Fahrten und ca. 2,1 Mio. LKW-Fahrten eingespart. Die Bahn ist das umweltfreundlichste Transportmittel: mit 14g CO2 Emission pro gefahrenem Personenkilometer lässt sie PKW und Flugzeug deutlich hinter sich (Bahn emittiert 12mal weniger CO2 als ein Pkw und 13 mal weniger als ein Flugzeug).

Die ÖBB erzeugen Energie für das Bahnfahren vor allem aus den 8 eigenen Wasserkraftwerken und treiben Innovationen an, um den Anteil der erneuerbaren Energien auszuweiten: Im Jahr 2012 wurde der Feldbacher Bahnhof (Steiermark) mit einer 600 m² großen Photovoltaikanlage zum ersten Nullenergiebahnhof Österreichs. Über das gesamte Jahr betrachtet produziert er seine benötigte Energie selbst.

Auf dem Dach der Bahnsteige liefern 1.000 m² Solarzellen 128 MWh pro Jahr bei einer maximalen Leistung von 141,2 kWp.

Die Photovoltaikanlage Wilfleinsdorf reiht sich in diese erfolgreichen Projekte ein und ist das neueste Pilotprojekt in den Umweltschutzaktivitäten der ÖBB.

Weiters nutzt der Wiener Hauptbahnhof Geothermie und erzeugt damit pro Jahr 1.880 MWh Wärme und 475 MWh Kälte. Damit spart alleine der Wiener Hauptbahnhof mit der Photovoltaikanlage pro Jahr 467 Tonnen CO2 ein.

Um die Umwelt zu entlasten wurde ein 1,5 Millionen Liter fassender Regenwasserspeicher installiert, um Zugwaschanlagen und die WC-Tanks der Waggons umweltfreundlich versorgen zu können.

Um Energie zu sparen, wurden die Tausur- und Talent Loks mit Rückspeisebremsen ausgestattet, die die gewonnene Energie ins Netz einspeisen.
Quelle ÖBB 2015

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BahnhofCity Wien Hauptbahnhof eröffnet am Freitag, 10. Oktober 2014

Noch wird fleißig am Innenausbau der Geschäfte und Gastronomiebetriebe gearbeitet. Aber am 10. Oktober ist es so weit: Das Gebäude mit dem Einkaufszentrum – die BahnhofsCity Wien Hauptbahnhof – geht in Betrieb. Eine Fußbodenheizung, bzw. -Kühlung sorgt für die richtige Raumtemperatur im Bahnhofsgebäude und das ganze energiesparend und umweltfreundlich. Der Bahnhof ist an die Fernkälte und -wärme angeschlossen. Es wird auch die Erdwärme genutzt und auf den Bahnsteigdächern wurde eine Photovoltaikanlage installiert. Für die Reisenden steht auch kostenloses WLAN zur Verfügung.

Die Bahnsteige werden im Herbst zwar fertiggestellt sein, sind jedoch noch nicht im Vollbetrieb. Mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2014 werden alle Fernverkehrszüge in und von Richtung Süden, Osten und Norden am neuen Hauptbahnhof halten. Erst Ende 2015 wird der gesamte Fernverkehr auch über den Hauptbahnhof führen. Dann werden hier täglich etwa 1.100 Züge halten.

Umweltfreundlicher Hauptbahnhof oder doch nicht?

In den Presseunterlagen zur Pressekonferenz wird der Wiener Hauptbahnhof als Energievorbild gepriesen und im März dieses Jahres wurde der Hauptbahnhof mit dem Umweltpreis 2014 der Stadt Wien ausgezeichnet. Siehe: https://schaffnerin.wordpress.com/2014/03/28/obb-erhalt-den-umweltpreis-der-stadt-wien-2014/
Laut der Presseunterlage werden 13 % des Gesamtenergiebedarfes selbst erzeugt. Dabei wäre viel mehr möglich gewesen. Der Hauptbahnhof hätte ein Vorzeigeprojekt werden können, wenn die ÖBB von vornherein auf mehr Umweltfreundlichkeit gesetzt hätte und die Forderungen der „Bürgerinitiative Bahnhof Wien“ und der Grünen umgesetzt hätte. In Ökologischer Sicht ist der Hauptbahnhof Wien eine vertane Chance.

Photovoltaik:
Stromerzeugung auf den Bahnsteigdächern – 1.000 m² Voltaik-Paneele erzeugen 128 MWh pro Jahr, dies ergibt eine CO2-Einsparung von bis zu 52 Tonnen pro Jahr. Die Entscheidung, auf den Bahnsteigdächern Photovoltaik-Paneelen zu montieren, fiel erst im Frühjahr 2011 Siehe: https://schaffnerin.wordpress.com/2012/07/11/hauptbahnhof-wien-ist-der-erste-bahnhof-osterreichs-mit-solardach-zur-energiegewinnung/ Es wurde nur auf den Dächern über den Bahnsteigen Voltaik-Paneele montiert. Siehe: https://schaffnerin.wordpress.com/2014/04/12/rautendach-vollendet/
Die Forderung. die Lärmschutzwände aus Voltaik-Paneelen zu bauen, wurde nicht verwirklicht. Im Bereich des Hauptbahnhofes ist die eine Seite fast genau nach Süden ausgerichtet und wäre ideal als Sonnenkraftwerk geeignet gewesen. Ganz zu schweigen von den Lärmschutzwänden, die zwischen Meidling und Hauptbahnhof, die alle nach Süden ausgerichtet sind. Siehe: https://schaffnerin.wordpress.com/2008/05/05/larmschutzwande-als-sonnenkraftwerk/

Geothermie:
Sie wird zum Heizen und Kühlen des Bahnhofes verwendet. So werden pro Jahr ein Energieertrag bei Wärme von 1.880 MWh und bei Kälte 475 MWh erzielt. Dies ergibt eine jährliche CO2-Einsparung von 415 Tonnen.

Grauwasser:
Regenwasser wird in einem 1.500 m3 großes Auffangbecken geleitet und für die Reinigung der Zugtoiletten verwendet. Siehe: https://schaffnerin.wordpress.com/2013/05/09/grauwasserspeicher/
Der Speicher wurde auch erforderlich, um das Kanalnetz zu entlasten. Siehe: https://schaffnerin.wordpress.com/2012/11/24/grauwasserspeicher-zur-entlastung-des-kanalnetzes/
Die Forderung nach einem Regenwassermanagement für das gesamte Entwicklungsgebiet wurde leider nicht verwirklicht. Siehe: https://schaffnerin.wordpress.com/2008/08/25/regenwassermanagement-ist-nicht-nur-versickerung/

Transportvermeidung während der Bauphase:
Durch intelligente Baulogistik wurden rund 46.000 LKW-Fahrten eingespart. Dies entlastete das umliegende Straßennetz. Hier wurde meiner Meinung nach großartiges geleistet:
• Betonproduktion auf der Baustelle erspart ca. 6.000 LKW-Fahrten
• Recycling und Wiedereinbau von Abbruchmaterial ersparte ca. 10.000 LKW-Fahrten
• Bahntransport von Aushubmaterial ersparte ca. 30.000 LKW-Fahrten.

 

Rautendach vollendet

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Der Bau des Rautendaches war eine logistische Herausforderung. Es besteht aus 14 individuellen Rauten, ist 200 Meter lang und 120 Meter breit und überspannt 31.000 Quadratmeter Fläche. Ca. 7.000 Tonnen Stahl, das entspricht ungefähr dem Gewicht des Eiffelturms, wurden verbaut.

Die Bauarbeiten liegen laut Auskunft der ÖBB im Zeitplan und gehen in die Zielgerade. Der Eröffnung des Bahnhofes am 14. Dezember steht nichts im Wege.

Das Einkaufszentrum mit seinen Gastronomiebetrieben geht schon vorher im Herbst in Betrieb.

FOTOs vom Beginn der Bauarbeiten siehe https://schaffnerin.wordpress.com/2011/06/24/tag-der-offenen-baustelle-2/

 

Wie 2012 angekündigt (siehe https://schaffnerin.wordpress.com/2012/07/11/hauptbahnhof-wien-ist-der-erste-bahnhof-osterreichs-mit-solardach-zur-energiegewinnung/), wurden auf den Dächern über den Bahnsteigen Photovoltaik-Paneele installiert, die etwas klein geraten sind. Da die Installation erst beschlossen wurde, als das Rautendach schon im Bau war, war aus statischen Gründen mehr nicht möglich.

 

Auf den flachen Teilen über den Bahnsteigen kann man die Photovoltaik-Paneele erkennen.

Auf den flachen Teilen über den Bahnsteigen kann man die Photovoltaik-Paneele erkennen.

 

 

Schattenspiele für Reisende – Integrierte Solaranlage im Dach des Turiner Bahnhofes

Die neue Passagierhalle des Turiner Bahnhofes wurde als ein von Stahlbögen getragenes Glasgewölbe entworfen. Um die Helligkeit in der Halle zu regulieren, wurden einzelne Glasplatten verwendet, die je nach Intensität der Sonneneinstrahlung mit einer unterschiedlichen Anzahl von Solarzellen  bestückt wurden, im Scheitel mit 120 Zellen und an den stärker gekrümmten Flanken mit nur 96 Zellen. Die an den Flanken positionierten Gläser lassen 56 Prozent des Tageslichts durch, so sind es in der Gewölbemitte nur noch 40 Prozent. Das Solardach wird jährlich rund 680.000 Kilowatt Strom erzeugt. Die Mehrausgaben von rund zwei Millionen Euro dürften sich nach rund neun Jahren rechnen. (Aus der Zeitschrift Photon – Das Solarstrom- Magazin 8/2012)

In Wien beim Hauptbahnhof wird nachträglich auf das fertige Dach eine Solaranlage installiert, wie im Sommer in einer Pressekonferenz stolz berichtet wurde. Andere Länder machen es, wie man sieht, besser und preiswerter.

Rautendach über drei Bahnsteige fertig installiert.

Über den drei Bahnsteigen, die am 9. Dezember 2012 in Betrieb gehen werden, ist das Rautendach bereits fertig gestellt.

Blick vom Aussichtsturm des banoramas auf das Rautendach

Jetzt, wo drei von fünf Zeilen des Bahnhofsdachs fertig gestellt wurden, haben sich die ÖBB doch entschlossen, auf dem Dach des Hauptbahnhofes Photovoltaikpaneele zu installieren. Wenn die Photovoltaikanlage sofort mit eingeplant worden wäre, hätte man die Paneele in die Dachhaut intergrieren können. Der nachträgliche Einbau ist um einiges teurer und von der Architektur her sicher nicht so ansprechend, als wenn die Anlage mit der Dachhaut geplant und gebaut worden wäre.

Die Grünen haben schon in der Planungsphase diese Photovoltaikanlage auf dem Dach gefordert. Die ÖBB haben diesen Vorschlag leider bis vor Kurzem abgelehnt. Spät, aber doch haben sich die ÖBB entschlossen, eine Photovoltaikanlage zu installieren. Diese Vorgangsweise zeugt zwar von wachsendem Umwelt- und Energiebewußtsein, optimal oder kostensparend ist sie aber nicht.

Hauptbahnhof Wien ist der erste Bahnhof Österreichs mit Solardach zur Energiegewinnung

In einer Pressekonferenz teilte die Infrastrukturministerin Doris Bures mit, dass auf den fünf Bahnsteigdächern des Hauptbahnhofes in Wien eine 1.200 m2 umfassende Photovoltaikanlage zur Stromgewinnung errichtet wird. Die Grünen begrüßen den Sinneswandel bei der ÖBB, wurde doch in der Umweltverträglichkeitsprüfung die Installation von Photovoltaikpanelen auf dem Dach aus finanziellen Gründen strikt abgelehnt.

Auch die Forderung, in die Lärmschutzwände Photovoltaikplatten zu integrieren und so Strom zu erzeugen, wurde abgelehnt. Gerade im Bereich des Hauptbahnhofes sind fast alle Lärmschutzwände nach Süden ausgerichtet. Hier wurde eine Chance vertan, die so schnell nicht wiederkehrt.

Siehe auch Lärmschutzwände als Sonnenkraftwerk

Auch Geothermie kommt beim Hauptbahnhof zum Einsatz, betont die Ministerin. Leider wurde auch hier das Potential bei weitem nicht ausgeschöpft.

Abschließend noch folgende Anmerkung: Im UVP-Verfahren war der Satz „Das ist nicht Teil des eingereichten Projektes und nicht Teil der Verhandlung und wir können nur das vorgelegte Projekt einer Beurteilung unterziehen.“ einer der meist verwendeten. Es wurde immer so getan, dass keinerlei Abweichungen möglich sind. Dass dem aber nicht so ist, sieht man am Beispiel der Photovoltaik am Rautendach. Abweichungen sind doch möglich.