Arsenal als Zukunftsviertel?

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wird in den nächsten 10 Jahren das Zentrum der Stadt leicht nach Süden verlagert werden?

Suedbahnhof_Wien

privates Entreé

entree_jan09Im März 2008 hat das Bundesvergabeamt den bereits gelaufenen Wettbewerb für die Bahnhofcity, wo die neue ÖBB Zentrale entstehen sollte, kurz vor der Jury Entscheidung gestoppt. Der Grund war die gesetzeswidrige Ausschreibung des Wettbewerbs. Die ausschreibende Stelle, die ÖBB Immobilienmanagement GmbH, ist eine hundertprozentige Tochter der ÖBB. Als öffentliche Stelle hätte sie einen öffentlichen EU-Weiten Wettbewerb durchführen sollen. Stattdessen hatte die ÖBB Immobilienmanagement GmbH in ihrem Selbstverständnis als privater Investor und im Einvernehmen mit der Stadt Wien, nur einen geladener Wettbewerb ausgelobt. Erst nach heftiger Kritik von ArchitektInnen wurde der Wettbewerb vom Bundesvergabeamt gestoppt und als rechtswidrig erklärt.

Seit Freitag ist der Wettbewerb für die ÖBB Zentrale neu ausgeschrieben, allerdings KEIN Wettbewerb für die Bahnhofcity! Denn die neue ÖBB Zentrale soll aus ‚Kostengründen‘ südlich vom Hauptbahnhof auf einem wirtschaftlich ‚weniger‘ wertvollen Grundstück entstehen. Dafür darf die ÖBB höher bauen. Statt einem 60 m hohen Turm, wie im Masterplan vorgesehen, kommt ein 88 Meter hoher Turm, vom Belvedere nicht sichtbar und somit auch für die Weltkulturerbekommission der UNESCO angeblich akzeptabel.

Für die Entwicklung des ‚wirtschaftlich wertvollen‘ Grundstücks, auf dem die ‚Bahnhofcity‘ künftig entstehen soll, ist die ÖBB nun auf InvestorInnensuche. Das Gebäude dort wird den Eingangsbereich zum neuen Bahnhof und den neuen Stadtteil mit definieren und stark beeinflussen. Da soll ein ‚Gestaltungswettbewerb‘ stattfinden, der allerdings nicht mehr öffentlich sein muss! Die Stadt Wien nimmt wieder eine bescheidene Rolle ein. Wichtige Aspekte der Stadtentwicklung des neuen Stadtteils rund um den Wiener Hauptbahnhof bleiben von den Willkür und vom Goodwill der InvestorInnen abhängig.

Bild:ÖBB

Links zu Zeitungsberichten und Infos zum Thema

http://wien.gruene.at/stadtplanung/artikel/lesen/39748/

orf.at

http://wien.orf.at/stories/335498/

der Standard

http://derstandard.at/?id=1231152111804

http://derstandard.at/?id=1231152046686

Wiener Zeitung:

http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=4103&Alias=wzo&cob=391674

Umweltvorzeigeprojekt ist der neue Hauptbahnhof keines

Der neue Hauptbahnhof ist eines der wichtigsten Projekte der Stadt Wien. Seit Jahrzehnten ist von einer Bündelung des Schienenverkehrs in einem zentralen Bahnhof die Rede. Der neue Hauptbahnhof soll ein Jahrhundertentwurf werden, so wünschen es sich zumindest die Bundesregierung, die Stadt Wien und die ÖBB. Im November 2008 soll der UVP-Bescheid (Umweltverträglichkeitsprüfung) erlassen werden.

Das Ende des Erdölzeitalters bringt mehr Bahnreisende

Der Bahnhof ist eine Zukunftsinvestition und wenn die Erdölpreise weiterhin so rasant steigen, werden mehr Menschen die Bahn benützen als bisher. Erdöl wird knapper und teurer, die Bahn wird damit wieder attraktiver. Wir müssen das Reisen, aber vor allem die Bahnhöfe so attraktiv wie nur möglich gestalten. Es braucht Platz, die Menschen müssen sich bewegen können, statt eingepfercht sich zu drängen. Leider ist der Bahnhof aber zu eng geplant. In dem Teil der UVP Unterlagen, die die Bahnsteige, die Stiegen und Rolltreppen aber auch die Verteilerhalle betreffen, wird der ganze Bahnhof als zu eng, die Stiegen bei Stoßzeiten als zu überfüllt bezeichnet. Die Verteilerhalle erinnert an die am Schwedenplatz zur Hauptverkehrszeit. Schuld daran trägt die Immobilienentwicklung am Bahnhof. Man könnte auch sagen die Immobilieninteressen der Bahn haben gegen die Passagiere die Oberhand gewonnen. Das deutet des ÖBB eigene Papier an. Das ganze ist keineswegs geheim, es ist ein Teil der Öffentlichen Auflage.