Private Flüchtlingshilfe am Hauptbahnhof

 

Private Flüchtlingshilfe am Hauptbahnhof: “Was die Regierung nicht macht, haben wir geschafft”

Seit Dienstagabend sind bis zu 200 private Helfer*innen 24/7 am Wiener Hauptbahnhof, um Reisende (Flüchtende) selbstorganisiert zu versorgen. Die Koordination verläuft bisher reibungslos

Wien (OTS) – Die freiwilligen Helfer*innen sind selbst organisiert und seit vergangenem Mittwochabend vor Ort auch Hauptansprechpartner der ÖBB und Stadt Wien. Sach- und Geldspenden, die von der Zivilbevölkerung ankommen, werden von einem Team verwaltet und verteilt.

Es wurden Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, welche als Spendenlager, als Schlafräume für ankommende Flüchtlinge und als Büro zur Koordination dienen. Mit der Ankunftshalle Zwei, ausgelegt für große Menschenmassen, lässt die Infrastruktur des neuen Hauptbahnhofs keine Wünsche offen. Sobald Flüchtende ankommen, werden sie vom Team nicht nur herzlich empfangen, sondern vor allem erstversorgt. „Wir freuen uns sehr, wenn sie da sind“, so eine der vielen Helferinnen. Für die zumeist Weiterreisenden gibt es Essen, Kleidung und zahlreiche Möglichkeiten zur Ruhe zu kommen und sich zu erholen.

Auch medizinische Notfälle werden in unserer mit zwanzig Betten ausgestatteten Erste-Hilfe-Station versorgt, welche, wie die gesamte Versorgung, 24 Stunden gewährleistet ist und zahlreichen Medikamente zur Verfügung hat. Dolmetscher*innen helfen nicht nur bei der Weitergabe von Informationen, sondern treiben auch den kulturellen Austausch voran. Dank der großen Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist am #HBF_Vie für alles gesorgt, um die Reisenden auf ihrem weg zurück in ein menschenwürdiges Leben zu unterstützen. „Unsere Kommunikationsstruktur konnte organisch und adaptiv wachsen und dank Informanten in allen Kreisen, sind wir stets bestens informiert“, lässt Julian Pöschl, der diese Bottom-to-Top Struktur, ohne jegliche Hierarchie, erdacht hat und seither, wie die meisten hier, täglich im Einsatz ist, wissen.

Rasch wurde aus dem Stand heraus eine Struktur aufgebaut, die es auch ermöglicht, die etwa 3000 bis 4000 Ankommenden aus Ungarn zu versorgen. „Unsere Kontakte in Ungarn und an den Grenzen, versorgen uns mit Informationen. Die Hilfe wird dann dorthin weiter koordiniert. Wir haben jetzt auch Kleidung und andere Hilfsgüter nach Nickelsdorf geschickt und koordinieren Autofahrten nach Röszke, einige unserer Helfer*innen sind sogar nun für mehrere tage vor Ort. 
So wir der Hauptbahnhof ist auch unser etwa acht köpfiges Social-Media-Team eine Drehscheibe der Informationen. Wir wurden so über den Hashtag zur ersten Anlaufstelle, bei Fragen, Informationen und Suchanzeigen.“, so das rund zehnköpfige Team an Organisator*innen, welche derzeit täglich im Schichtbetrieb vor Ort sind.

Auch an der ersten Tankstelle nach der Grenze in Nickelsdorf wurde ein weiteres Versorgungszentrum aufgebaut, denn am Hauptbahnhof gibt es aufgrund zahlreicher Geldspenden aus der Bevölkerung auch die Möglichkeit, Flüchtende mit Tickets für die Weiterreise zu versorgen. Sollten sie aber in Österreich bleiben wollen, so erhalten sie juristische Hilfe. „in wenigen Tagen lässt sich viel bewegen“, betonen Organisator*innen und kritisieren damit zeitgleich das kalkulierte Nichtstun der Regierung scharf: „Was die Regierung, insbesondere unsere Innenministerin hier mit Populismus und aus eisernem Kalkül nicht geschafft hat, haben wir einfach gemacht“.

Die Helfer*innen gründen jetzt einen Verein, um in Zukunft mit gewohnter Effizienz und Freude als offizielles Hilfsteam auf die Reisenden zuzugehen. Bis dahin halten auch persönliche Haftungen der Organisatoren nicht davon ab, dieses Ziel weiter zu verfolgen. Pöschl gibt allerdings zu bedenken: „Derzeit halte ich als Hauptkoordinator die volle Verantwortung für Unfälle und Finanzielles, aber wir sind überzeugt, dass endlich etwas geschehen muss. Was derzeit am Hauptbahnhof passiert, spiegelt den Willen der Bevölkerung deutlich besser wieder, als Umfragen es je könnten. Die Regierungen in Europa sollten sich deshalb vielleicht an der Lösung am Hauptbahnhof Wien ein Beispiel nehmen, um endlich zu verstehen, wie die Zivilbevölkerung gedenkt zu handeln.“

Über Tausend registrierte Helfer*innen können schwer täuschen, es muss sich endlich etwas bewegen, damit die Europäische Union wieder zu jener Solidargemeinschaft wird, in der sie ihren Ursprung fand.

Fotos unter: http://www.trainofhope.at/home/galerie/

Rückfragen & Kontakt:

Train of Hope – Flüchtlingshilfe Wien Hauptbahnhof

Erik Leidal – Pressesprecher
presse@trainofhope.at

Julian Pöschl – Hauptkoordinator
julian@trainofhope.at
+43 676 40 777 29
www.trainofhope.at

 

Advertisements

Stiller Protest gegen den Gürtelausbau ohne Bäume auf Seite der Wieden

Viele Bürgerinnen und Bürger haben sich gegen die Erweiterung des Gürtels auf ca. 65 Meter Breite ausgesprochen. Man ist noch mehr davon enttäuscht, dass auf der Seite der Wieden keine Bäume vorgesehen sind, sondern kleine Büsche gepflanzt wurden.
Unbekannte haben auf ihre eigene Art und Weise protestiert: sie legten im „Grünstreifen“ einen kleiner Garten an. Leider blieb der Protest unbemerkt.
Die Unbekannten vor den Vorhang für so viel Engagement.

Flächenwidmung: Für des Quartier Belvedere liegt der Planentwurf 7768 bis 6. Oktober öffentlich zur Einsichtnahme auf

Für das Gebiet zwischen Wiedner Gürtel (Bezirksgrenze), Karl-Popper-Straße, Canettistraße, Arsenalstraße (Bezirksgrenze), Alfred-Adler-Straße, Linienzug 1-2, Alfred-Adler-Straße, Karl-Popper-Straße, Gerhard-Bronner-Straße, Linienzug 3-5 und Gertrude-Fröhlich-Sandner-Straße im 10. Bezirk, Katastralgemeinde Favoriten wurde der Entwurf eines neuen Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes ausgearbeitet.

Sie haben die Möglichkeit der persönliche Einsichtnahme in der Planungsauskunft Wien, 1010, Rathausstraße 14-16, 1. Stock
Montag bis Freitag von 8 bis 12.30 Uhr
Dienstag und Donnerstag bis 17.30 Uhr

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, an folgenden Donnerstagen: 15. September 2011 sowie 29. September 2011 in der Zeit von 14.30 bis 17.30 Uhr im Amtshaus für den 10. Bezirk, 22., Keplerplatz 5 (1. Stock) Einsicht in den Planentwurf zu nehmen.

Oder Einsichtnahme online
In folgende Dokumente zum Planentwurf 7768 können Sie online Einsicht nehmen:
Plan: 960 KB PDF
Antragsentwurf: 59 KB PDF55 KB RTF
Erläuterungsbericht: 151 KB PDF140 KB RTF
Gutächtliche Stellungnahme des Fachbeirates für Stadtplanung und Stadtgestaltung: 9 KB PDF16 KB RTF
Zeichenerklärung: 75 KB PDF

Schriftliche Stellungnahme
Stellungnahmen zu diesem Entwurf können während der öffentlichen Auflage bis spätestens 6. Oktober  in schriftlicher Form (bitte unter Angabe der Plannummer 7768) an die Abteilung Stadtteilplanung und Flächennutzung Süd-Nordost (Bezirke 10-13 und 21-23) (MA 21 B) gerichtet werden.

Stellungnahme online
Sie können auch eine Online-Stellungnahme zu diesem Planentwurf abgeben. Bitte benutzen Sie dazu das Online-Formular: Flächenwidmungs- und Bebauungsplan – Stellungnahme
Bei Fragen dazu kontaktieren Sie bitte zuvor die Planungsauskunft Wien, Telefon: +43 1 4000-8840.

Prüfung der Stellungnahmen
Sobald die öffentliche Auflage abgelaufen ist, werden die eingelangten Anliegen geprüft und nach Möglichkeit berücksichtigt. Sollte es nicht möglich sein, eingebrachte Wünsche zu erfüllen, muss darüber dem Gemeinderat berichtet werden, der schließlich über den neuen Flächenwidmungs- und Bebauungsplan entscheidet. Anschließend wird der neue Plan als Verordnung kundgemacht und ist damit rechtswirksam. Der rechtswirksame Plan kann gegen Ersatz der Druckkosten in der Planungsauskunft Wien erworben werden.

Kontaktformular

Alle Links finden Sie unter http://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/flaechenwidmung/aktuell/7768.html

Hochhaustürme beim Hauptbahnhof weiter ein Thema für die Unesco

Zeitungsberichten zu Folge besucht demnächst eine Unesco-Delegation in Sachen Weltkulturerbe Wien. Thema sind die Hochhaustürme rund um den Hauptbahnhof.

Beim Hochhaus am Südtiroler Platz kam es bereits zu einer Verminderung der Höhe von 100 Meter auf 88 Meter. Die von der Bürgerinitiative Hauptbahnhof Wien geforderte weitere Verringerung der Höhe wurde bis jetzt von der Stadtpolitik ausgeschlossen.

Um bessere Entscheidungskriterien zu erhalten, verlangt die Unesco von der Stadt Wien weitere Visualisierungen vom Belvedere mit Blick auf den Hauptbahnhof anzufertigen. Auch diese Visiualisierungen wurden immer wieder von der BI eingefordert.

In den nächsten Monaten wird ein Fachexperte des Unesco-Denkmalrates Icomos und ein  Vertreter aus dem Weltkulturerbezentrum in Wien erwartet. Die neuerliche Unesco-Prüfung soll endgültig eine Klärung bei den Hauptbahnhof-Türmen bringen.

Die neue Grüne Stadträtin Vassilakou will ihre Rolle gegenüber der Unesco weniger konfliktreich anlegen, als ihr Vorgänger von der SPÖ. Für sie ist Weltkultur ein Wert und eingegangene Verträge sind einzuhalten. So besteht die Hoffnung, dass der Hochhausriese am Südtiroler Platz doch noch in die Knie geht.

Der Wiedner Gürtel im Bereich Hauptbahnhof wird 60 Meter breit. Der Ausbau ist im vollen Gang

Um den Autoverkehr zu bewältigen, der ins Stadtentwicklungsgebiet Hauptbahnhof will
wird der Gürtel ausgebaut. Es werden zusätzliche Abbiegespuren gebaut. Dadurch
erreicht der Wiedner Gürtel im Bereich Hauptbahnhof 60 Meter Breite. Derzeit ist
er „nur“ 45 Meter breit. Die Bauarbeiten sind im vollen Gang.

Der Mittelstreifen wurde entfernt, damit wird Platz für die Autos während der
Bauarbeiten  geschaffen.

Die Fahrspuren Richtung Tangente wurden nach Norden verlegt, um Platz für den Bau
der neuen Fahrspuren zu schaffen.

Hier werden die Gleise der Linie 18 und O verlegt. Die neue Linienführung soll im August in
Betrieb gehen.

Dann werden die Fahrspuren Richtung Tangente gebaut. Im nächsten Jahr werden Fahrspuren  Richtung Westen gebaut.

Bei der Teilinbetriebnahme des Hauptbahnhofes Ende 2013 ist der Wiedner Gürtel fertig  gestellt.

Die Bürgerinitiative Hauptbahnhof, unterstützt von den Grünen Wieden forderte
immer  wieder ein Abrücken der Gürtelfahrbahnen von der Häuserfront. Leider hat man dies nicht in der Planung nicht vorgesehen. Dies hätte Platz für die
Pflanzung einer Baumreihe geschaffen und der Wiedner Gürtel hätte für ein
kurzes Stück den Anblick eines Boulevards geboten. Für die BewohnerInnen hätte
es eine Verringerung der Lärmbelastung gebracht, insgesamt eine Verbesserung
der Lebensqualität.

Grüne Wien übergeben Unterschriften für Postamt am Hauptbahnhof an Ministerin Bures und Post-Generaldirektor Pölzl

Am Donnerstag, 10. Dezember hat Gemeinderätin und Nahversorgungssprecherin Eva Lachkovics von den Grünen Wien gemeinsam mit dem Klubobmann der Grünen Wieden, Manfred Itzinger, mehr als 1.000 Unterschriften an Post-Generaldirektor Pölzl und Infrastrukturministerin Bures übergeben.

Übergabe der Unterschriften an Post-Generaldirektor Pölzl

Vor dem Ministerium

Im Gespräch mit Post-Generaldirektor Pölzl wurde mitgeteilt, dass es für die Bauzeit kein Ersatzpostamt geben wird. Gespräche mit einem  Postpartner im 4. Bezirk (Elisabeth-Viertel) waren nicht erfolgreich, daher müssen sich alle Bürgerinnen und Bürger der Oberen Wieden ins Postamt in der Taubstummengasse begeben. Für die Bewohnerinnen und Bewohner des Arsenals ist das Postamt in der Marokkanergasse schlecht  zu erreichen. Hier wurde eine Überprüfung versprochen, ob es möglich ist, das zuständige Postamt in die Filiale in der Ungargasse zu verlegen, das von Arsenal aus besser zu erreichen ist.

Der Postgeneraldirektor hat vorgebracht, dass sich ein Postamt am Hauptbahnhof nicht rechnet, vor allem nicht bei den Mietvorstellungen der ÖBB. Ein weiterer Punkt ist die Erreichbarkeit mit dem PKW. Da ja viele der KundInnen mit dem Auto ihre Briefe, bzw. die Pakete abholen wollen. Ein Ersatzpostamt in Containern wurde aus eben diesem Grund ebenfalls abgelehnt.

Post-Generaldirektor Pölzl versprach, die Unterschriften sehr ernst zu nehmen, aber der Haupttenor im Gespräch war, für die Post müsse sich das Ganze rechnen.

Im Gespräch mit dem zuständigen Mitarbeiter von Infrastrukturministerin Bures leiteten Lachkovics und Itzinger die Schwierigkeiten der Post-AG in den Verhandlungen mit den ÖBB weiter und baten um Vermittlung durch die Ministerin. Er ist zuversichtlich, dass man sich letztendlich einigen werde und es ein Postamt im neuen Hauptbahnhof geben wird.

Neuerliche Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für den Hauptbahnhof erforderlich.

In den Erörterungen und Verhandlungen zur UVP war der am öftesten vernommene Satz: „Das ist nicht Teil des eingereichten Projektes und nicht Teil der Verhandlung. Wir können nur das vorgelegte Projekt einer Beurteilung unterziehen“. Mit einem Wort, keine der von den BürgerInnen-Initiativen vorgeschlagenen Abweichungen und Änderungen konnten berücksichtigt und untersucht werden.

Jetzt soll ein Cable Liner gebaut werden, der durch den Bahnhof geführt werden soll. Dieses Massenbeförderungsmittel war im Projekt nicht enthalten und war daher nicht Gegenstand der UVP.

  • Das Bahnhofsprojekt soll aus Kostengründen abgespeckt werden: Rolltreppen sollen gestrichen werden,
  • die Garage soll verkleinert werden oder ganz gestrichen werden,
  • auf die Geothermie-Nutzung soll verzichtet werden,
  • die Dachkonstruktion soll geändert werden.

Das sind alles in allem sehr wesentliche Änderungen. Das soll plötzlich alles ohne UVP möglich sein?  Entweder die Aussagen in den Verhandlungen waren falsch oder es ist nach diesen gravierenden Änderungen, bzw. dem neuen Cable Liner eine neue UVP erforderlich!