„Sitzen am Boden“ verboten

Folgendes ist mir zu Ohren gekommen: Am 9. Juli um ca. 15 Uhr sitzt eine Gruppe von 12 jungen Frauen am Boden des Vorplatzes im Süden des Hauptbahnhofplatzes. Es ist eine Interrail-Reisegruppe aus Madrid, die es sich da gemütlich gemacht hat.

2015-07-09 004Hauptbahnhof (2)

Wie das Foto zeigt, handelt es sich eindeutig um Touristinnen, die hier auf ihren Zug warten, und nicht die zwei Wartebereiche drinnen im Bahnhofsgebäude benutzen wollten. Die am Vorplatz vorhandenen Sitzgelegenheiten sind für so eine große Reisegruppe kein Angebot, vor allem dann nicht, wenn die Sonne herunterbrennt.

Aber die Freude dauert nicht lange, da erscheinen vier Männer von der Security und machen sie darauf aufmerksam, dass „Sitzen am Boden“ verboten sei, und sie aufstehen sollen. Die jungen Frauen stehen auf und bleiben stehen.

Welchen Eindruck dies auf die jungen Bahnkundinnen gemacht hat, kann man sich ausmalen. Die ÖBB will den Hauptbahnhof „sauber“ halten. Das man da bei diesen Kundinnen übers Ziel hinaus gegangen ist, ist eindeutig. ÖBB Kundinnen sollte man anders behandeln, und die Security-MitarbeiterInnen besser schulen.

 

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5 Antworten

  1. Meine Frage: Wem „gehört“ dort der Boden? Wer kann das verbieten?

  2. Eigentümerin ist die ÖBB, daher hat sie das sagen.

  3. Securities müssen das Umsetzen, was Ihnen beauftragt wurde. Eine Unterscheidung nach „Obdachlosen“, „Trampern“, „Touristen“,… (jeweils w/m) würde nicht viel bringen. Ausser, dass so eine Unterscheidung wohl EU-widrig wäre ;-), wäre es auch nicht in allen Fällen eindeutig unterscheidbar. Ausserdem: solange irgendwer legal am Boden sitzten würde, könnte man (bzw. die Security) auch von einem Obdachlosen/Sandler/Besoffenen (w/m) nur schwer verlangen, dass er/sie aufsteht. Es ist aber ein berechtigtes Interesse der ÖBB sowie der meisten Nützer des Bahnhofs, dass der Bahnhof nicht „besetzt“ wird. Jeder Wohnungsbesitzer oder Mieter ist froh, wenn keine hausfremden Leute im Stiegenhaus sitzen etc.. – so auch die ÖBB. Ich habe beruflich mit Security-Leuten zu tun und ich beneide hier niemanden um den Job. Nachdem im Text oben nichts davon steht, dass die Security-Leute unfreundlich waren, gehe ich davon aus, dass die jungen Leute höflich auf die Regeln des Bahnhofs aufmerksam gemacht wurden. Aus meiner Sicht also alles ok.

  4. Die ÖBB haben sich geweigert, für Randgruppen Räume zur Verfügung zu stellen. Man vermietet da lieber den letzten Quadratmeter an Firmen ums teure Geld und versucht das Problem der Randgruppen auszulagern, man weist sie in das Tageszentrum der Caritas oder ganz einfach weg.
    Fahrgäste der ÖBB sind im Bahnhof keine „hausfremden Personen“ sondern Kund_innen, mit denen die ÖBB Geld verdienen will. Wenn man mehr Menschen dazu bringen will, mit der Bahn zu fahren, dann muss man ihnen auch genügend Sitzgelegenheiten anbieten. Aber das Konzept ist, die Fahrgäste sollen möglichst wenig herumsitzen, sondern einkaufen gehen.

  5. […] hat mich eine Bekannte darauf aufmerksam gemacht, dass die Security der ÖBB am Boden Sitzende am Vorplatz Süd zum Aufstehen aufforderte. Ein Besuch vor Ort zeigte folgendes Bild: Es gibt am Vorplatz Süd wenig […]

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