Umweltfreundlicher Hauptbahnhof oder doch nicht?

In den Presseunterlagen zur Pressekonferenz wird der Wiener Hauptbahnhof als Energievorbild gepriesen und im März dieses Jahres wurde der Hauptbahnhof mit dem Umweltpreis 2014 der Stadt Wien ausgezeichnet. Siehe: https://schaffnerin.wordpress.com/2014/03/28/obb-erhalt-den-umweltpreis-der-stadt-wien-2014/
Laut der Presseunterlage werden 13 % des Gesamtenergiebedarfes selbst erzeugt. Dabei wäre viel mehr möglich gewesen. Der Hauptbahnhof hätte ein Vorzeigeprojekt werden können, wenn die ÖBB von vornherein auf mehr Umweltfreundlichkeit gesetzt hätte und die Forderungen der „Bürgerinitiative Bahnhof Wien“ und der Grünen umgesetzt hätte. In Ökologischer Sicht ist der Hauptbahnhof Wien eine vertane Chance.

Photovoltaik:
Stromerzeugung auf den Bahnsteigdächern – 1.000 m² Voltaik-Paneele erzeugen 128 MWh pro Jahr, dies ergibt eine CO2-Einsparung von bis zu 52 Tonnen pro Jahr. Die Entscheidung, auf den Bahnsteigdächern Photovoltaik-Paneelen zu montieren, fiel erst im Frühjahr 2011 Siehe: https://schaffnerin.wordpress.com/2012/07/11/hauptbahnhof-wien-ist-der-erste-bahnhof-osterreichs-mit-solardach-zur-energiegewinnung/ Es wurde nur auf den Dächern über den Bahnsteigen Voltaik-Paneele montiert. Siehe: https://schaffnerin.wordpress.com/2014/04/12/rautendach-vollendet/
Die Forderung. die Lärmschutzwände aus Voltaik-Paneelen zu bauen, wurde nicht verwirklicht. Im Bereich des Hauptbahnhofes ist die eine Seite fast genau nach Süden ausgerichtet und wäre ideal als Sonnenkraftwerk geeignet gewesen. Ganz zu schweigen von den Lärmschutzwänden, die zwischen Meidling und Hauptbahnhof, die alle nach Süden ausgerichtet sind. Siehe: https://schaffnerin.wordpress.com/2008/05/05/larmschutzwande-als-sonnenkraftwerk/

Geothermie:
Sie wird zum Heizen und Kühlen des Bahnhofes verwendet. So werden pro Jahr ein Energieertrag bei Wärme von 1.880 MWh und bei Kälte 475 MWh erzielt. Dies ergibt eine jährliche CO2-Einsparung von 415 Tonnen.

Grauwasser:
Regenwasser wird in einem 1.500 m3 großes Auffangbecken geleitet und für die Reinigung der Zugtoiletten verwendet. Siehe: https://schaffnerin.wordpress.com/2013/05/09/grauwasserspeicher/
Der Speicher wurde auch erforderlich, um das Kanalnetz zu entlasten. Siehe: https://schaffnerin.wordpress.com/2012/11/24/grauwasserspeicher-zur-entlastung-des-kanalnetzes/
Die Forderung nach einem Regenwassermanagement für das gesamte Entwicklungsgebiet wurde leider nicht verwirklicht. Siehe: https://schaffnerin.wordpress.com/2008/08/25/regenwassermanagement-ist-nicht-nur-versickerung/

Transportvermeidung während der Bauphase:
Durch intelligente Baulogistik wurden rund 46.000 LKW-Fahrten eingespart. Dies entlastete das umliegende Straßennetz. Hier wurde meiner Meinung nach großartiges geleistet:
• Betonproduktion auf der Baustelle erspart ca. 6.000 LKW-Fahrten
• Recycling und Wiedereinbau von Abbruchmaterial ersparte ca. 10.000 LKW-Fahrten
• Bahntransport von Aushubmaterial ersparte ca. 30.000 LKW-Fahrten.

 

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4 Antworten

  1. Statt mit Kinkerlitzchen könnte man sich natürlich auch damit beschäftigen, was der massive nächtliche Gütertransit mitten in der Stadt für die Anrainer bedeutet.

  2. 46.000 LKW-Fahrten, die den Bewohnerinnen erspart blieben, sind bestimmt kein Kinkerlitzchen.
    Den Grünen sprechen sich vehement gegen den Güterverkehr durch die Stadt auch auf der Schiene aus. Dies wurde mehrmals thematisiert, siehe unter anderem

    https://schaffnerin.wordpress.com/2011/06/12/umfahrungsgleise-auf-der-baustelle-hauptbahnhof-werden-am-3-august-2011-stillgelegt/

    https://schaffnerin.wordpress.com/2009/07/11/keine-guterzuge-durch-den-hauptbahnhof/

  3. Seit teilweiser Fertigstellung des Wiener Hauptbahnhofes ist nachts kaum mehr an ruhigen Schlaf zu denken. Ab ca 21:50 fahren nun die ganze Nacht Lastzüge über die neu errichtet Bahnstrecke. Diese Lastzüge verursachen einen so enormen Geräuschpegel das man im 15-Minutenabstand aus dem Schlaf gerissen wird.

    Die Problematik der Lärmbelastung war bereits zu beginn der Planungsstadien bekannt. Nachzulesen in dieser Projektbeschreibung: Wien Hauptbahnhof Großprojekt mitten in Wien
    Ungeachtet dessen wurde einfach weitergeplant und gebaut als ob auf nichts und niemandem Rücksicht zu nehmen ist. Einzig wirschaftliche und finanzielle Interessen kamen zum tragen. Was dabei herausgekommen ist dürfen nun unbeteiligte ausbaden.

    Wer aber hofft eventuell unter Tags den Schlaf nachzuholen wird durch unerträglichen Fluglärm daran gehindert.
    zB.:Heute, 20.07.2014, ab ca 08:00 fliegen im Minutentakt „Tieflieger“ über Innerfavoriten und weitere Teile Wiens.

    Ich frage mich welche Gesundheitlichen Belastungen der Bevölkerung noch aufgezwungen werden. Scheinbar sind Gesundheit und Wohlbefinden der Bevölkerung unwichtig wenn es um wirtschaftliche und politische Interessen geht. Wann bergreifen die Entscheidungsträger welche enormen Kosten die Behandlung der Gesundheitlichen Schäden verursachen und welcher volkswirtschaftliche Schaden dadurch entsteht ?

  4. Ich möchte Sie an die beiden Links in der vorhergehenden Antwort hinweisen. Auch in der UVP haben wir (BI und Grüne) gefordert, dass die Güterzüge nicht durch den Hauptbahnhof geleitet werden. Leider vergebens.
    Was den Lärm allgemein betrifft, möchte ich auf die Parlamentarische Bürgerinitiative betreffend der gesetzlichen Verankerung des Rechts auf Lärmschutz hinweisen!

    http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/BI/BI_00047/index.shtml

    Die Pertition wurde schon im Ausschuss im Parlament beraten und hat meines Wissen dort keine Mmehrheit gefunden.

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