Arsenalstraße: Lärmminderung durch Spezialplatten

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Um die Lärmbelastung der BewohnerInnen im Arsenal zu verringern, wird die Wand entlang der Arsenalstraße mit lärmabsorbierenden Platten verkleidet. Dies soll verhindern, das der Lärm des Autoverkehrs von der Wand ins Arsenal hineinreflektiert wird.

Eine optische Verbesserung dieser sehr langen Betonwand durch eine Begrünung wird von der ÖBB bis jetzt abgelehnt.

Da die Arsenalstraße nicht verbreitert wird, verbeibt zwischen Straßenrand und der Betonwand ein schmaler Streifen, bei dem noch nicht klar ist, was mit ihm passiert. Eine Begrünung ist daher auch noch zu einem späteren Zeitpunkt möglich.

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Moderner Bahnhof und hoher Fahrgastkomfort

Unter diesem Titel sind in den Presseunterlagen zur Pressekonferenz https://schaffnerin.wordpress.com/2014/06/18/pressekonferenz-wien-hauptbahnhof-neue-mobilitat-im-zentrum-wiens-2/ folgende Daten angeführt:

A) Services für Fahrgäste:

  • Fahrgastservices: Größtes Reisezentrum Österreichs, Besprechungsräume, 14 Personenkassen, 22 Fahrkartenautomaten, WLAN etc.
  • Fahrradabstellplätze: rund 1.100, teilweise überdacht
  • Sitzplätze in konsumfreien Zonen: 800 in attraktiv gestalteten Wartebereichen, zusätzlich 60 in der ÖBB Lounge.
  • Barrierefreiheit: 14 Aufzüge, barrierefrei nach neuesten Standards
  • Parkplätze: Garage für 600 PKWs, Autobahnanschluss (A23)

Was hier in der Aufzählung fehlt ist das Einkaufszentrum, das nach ÖBB-Meinung unbedingt zu einem großen Bahnhof gehört.

Kritisch angemerkt muss werden, dass alle Garagenstellplätze für die Räder voraussichtlich kostenpflichtig sein werden. Am Westbahnhof gibt es ein kostenfrei Fahrradabstellanlagen. https://schaffnerin.wordpress.com/2014/07/15/uberdachte-fahrradstation-am-westbahnhof/

Besonders kurios ist der spezielle Hinweis auf den Autobahnanschluss. Auch die 600 Stellplätze für PKWs zeigen die Autozentriertheit der ÖBB. In der Umweltverträglichkeitsprüfung hat man die Entwicklung des Individualverkehrs fortgeschrieben. Man hat nicht den Mut gehabt, damit zu rechnen, dass in Zukunft mehr Menschen mit der Bahn fahren und wesentlich weniger mit dem Auto.

B) Moderner Bahnbetrieb:

Hier wird ein Vergleich zwischen altem Südbahnhof (inklusive Ostbahnhof) und dem neuen Hauptbahnhof gezogen:

  • Züge Pro Tag: 998 (Fahrplan 2008) gegenüber 1.105 (Fahrplan 2018)
  • Bahnsteiggleise: 21 gegenüber 12 im neuen Bahhof
  • Flächenbedarf: 109 ha gegenüber 50 ha des neuen Bahnhofes
  • Anlagenproduktivität (Züge pro Bahnsteig) wird um 93,7 % gesteigert.
  • Beim Flächenbedarf wurden 54 % eingespart.

Was hier deutlich zum Ausdruck kommt ist, den Bahnhof möglichst klein zu halten, damit umso mehr Flächen für den Verkauf bereitgestellt werden konnten, bzw. können. Es gibt keinerlei Reserveflächen für eine eventuelle Erweiterung.

Auf meine Frage in der Pressekonferenz, wie viele Züge zusätzlich zu den 1.105 (im Jahr 2016) den Bahnhof anfahren können, bzw. wie groß der Kapazitätsspielraum ist, gab es keine exakte Antwort, sondern nur, das im Jahr 2016 laut Fahrplan 1.105 Züge den Bahnhof anfahren.

Bleibt nur zu hoffen, wenn in Zukunft viele Menschen auf die Öffis umsteigen, das der Bahnhof nicht innerhalb kurzer Zeit zu klein wird.

Eine positive Meldung: Endlich Radständer bei der S-Bahn Haltestelle Quartiere Belvedere

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In den letzten Tagen wurden endlich zehn Radständer am Gehsteig bei der S-Bahn Haltestelle Quartiere Belvedere montiert. Jetzt können die RadfahrerInnnen ihre Räder wieder ordentlich abstellen. Siehe https://schaffnerin.wordpress.com/2014/06/24/bei-der-s-bahnhaltestelle-quartier-belvedere-sind-radstander-dringend-erforderlich/

Die wichtigsten Stationen der Öffis sind mit dem Rad gut erreichbar und daher sind Abstellanlagen für Räder ein wichtiges Glied in der Wegekette. Die ÖBB und die Wiener Linien sind daher gut beraten, für genügend Radabstellanlagen zu sorgen.

 

Wasserspeicher unter Fußballfeld

Im Rahmen eines Kanal-Maßnahmenpakets für Simmering wird unter dem Fußballfeld des Sportplatzes Mautner Markhof in der Haidestraße 10 ein großes Speicherbecken gebaut.

Damit reagiert die Stadt Wien auf die immer vermehrt auftretenden Starkregenereignisse, eine Folge des Klimawandels. Kein Kanalnetz kann für solche Ereignisse dimensioniert werden. Um die Auswirkungen dieser Ereignisse etwas abzufedern, werden ein neues Speicherbecken und zwei Transportkanäle gebaut. Als Standort für den Speicher haben die Kanalplaner mit dem Sportplatz in der Haidestraße 10 den idealen Standort gefunden. An einem topografischen Tiefpunkt des Bezirks wird hier ein 90 Meter langes, 45 Meter breites und sieben Meter tiefes Becken untergebracht. Unmittelbar unter dem Hauptspielfeld werden bei Regenwetter bis zu 28,5 Millionen Liter Wasser zwischengespeichert.

Um das Becken nach einem Regenereignis zu entleeren, sorgen zwei Pumpen für eine rasche Entleerung. Mit einer Förderleistung von 300 Litern pro Sekunde ist das Becken bereits nach rund 20 Stunden für den nächsten Starkregen bereit.

Die beiden neuen Transportkanäle, die an das Speicherbecken angeschlossen sind, verfügen mit einem Durchmesser von zwei Metern und einer Länge von zwei Kilometern über ein zusätzliches Fassungsvermögen von sechs Millionen Liter Regenwasser. Die Kanäle verlaufen dabei quer durch Simmering. Die eigentlichen Kanalbauarbeiten werden unterirdisch, also möglichst aufgrabungsfrei, hergestellt. Die Bauarbeiten begannen im Oktober 2013 und werden voraussichtlich im Herbst 2016 abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten für den Speicher betragen rund 30 Millionen Euro.

Im Zuge der Baumaßnahmen wird der Sportplatz saniert. Das Hauptspielfeld erhält einen neuen Kunstrasen, das kleinere Spielfeld einen Naturrasen. Nicht nur dadurch erstrahlt die Anlage in neuem Licht. Auch eine moderne Flutlichtanlage sorgt für ideale Spielbedingungen bei jeder Jahres- und Tageszeit.

Quelle: http://www.wien.gv.at/umwelt/kanal/baustellen/kanal-simmering.html

 

Auch beim Hauptbahnhof wurde zur Entlastung des Kanalnetzes ein Speicher geschaffen. https://schaffnerin.wordpress.com/2012/11/24/grauwasserspeicher-zur-entlastung-des-kanalnetzes/ Dort wird das Wasser für Reinigungszwecke verwendet.

Leider ist Regenwassermanagement in Wien noch immer ein Fremdwort. Es ist dringend erforderlich, das Regenwassermanagement vor allem in den Neubaugebieten in den Flächenwidmungsplänen vorgeschrieben wird.

https://schaffnerin.wordpress.com/2008/08/25/regenwassermanagement-ist-nicht-nur-versickerung/ Die vorgeschriebenen 10 % der Grundfläche für Versickerungen frei zu halten ist viel zu wenig, gegenüber den Flächen, die jedes Jahr neu versiegelt werden.

Überdachte Fahrradstation am Westbahnhof

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Im Frühjahr dieses Jahres wurden am Westbahnhof 480 überdachte Fahrradabstellplätze in Betrieb genommen. Die Station befindet sich in unmittelbarere Nähe zu den Bahnsteigen und erleichtert so das Kombinieren von Fahrrad mit der Bahn. Die Gemeinde Wien und die ÖBB teilten sich die Kosten in der Höhe von € 800.000.

Die Anlage ist platzsparend und bedienerInnenfreundlich und vor allem, sie ist kostenlos. Vergleichbare Anlagen gibt es bereits in Mödling und Graz und erfreuen sich großer Beliebtheit.

Wünschenswert wäre so eine Anlage auch am Hauptbahnhof. Dort sind drei Fahrradgaragen geplant, die aller Voraussicht alle kostenpflichtig sein werden.

 

Wohin fährt die S-Bahn

Bei der Eröffnung der neuen S-Bahn Haltestelle Quartier Belvedere im Jahr 2010 stellte sich die Frage, von welchem Bahnsteig aus fährt die Schnellbahn nach Floridsdorf, bzw. nach Meidling. Siehe https://schaffnerin.wordpress.com/2010/03/24/wohin-fahrt-die-schnellbahn-floridsdorf-oder-meidling/. Jetzt gibt es am Südtiroler Platz einen Lichtblick. Dort gibt es einen Hinweis, dass die Züge nach Floridsdorf vom Bahnsteig 2 abfahren.

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Leider ist dies nur ein provisorisches Hinweisschild an einem Bauzaun. Bei der Überkopfinformationstafel fehlt dieser Hinweis.

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Die ÖBB argumentiert immer wieder damit, dass bei eingleisigem Betrieb von einem Bahnsteig die Züge nach Meidling und Floridsdorf wegfahren und dann eine Richtungsangabe falsch ist. In diesem Fall, der ja hoffentlich nicht jeden Tag eintritt, muss es zusätzliche Information für die Fahrgäste geben. Bleibt zu hoffen, dass die ÖBB über ihren Schatten springt und beim Bahnsteig 1 den Zusatz „Richtung Meidling“, bzw. beim Bahnsteig 2 „Richtung Floridsdorf“ anbringt.

Umweltfreundlicher Hauptbahnhof oder doch nicht?

In den Presseunterlagen zur Pressekonferenz wird der Wiener Hauptbahnhof als Energievorbild gepriesen und im März dieses Jahres wurde der Hauptbahnhof mit dem Umweltpreis 2014 der Stadt Wien ausgezeichnet. Siehe: https://schaffnerin.wordpress.com/2014/03/28/obb-erhalt-den-umweltpreis-der-stadt-wien-2014/
Laut der Presseunterlage werden 13 % des Gesamtenergiebedarfes selbst erzeugt. Dabei wäre viel mehr möglich gewesen. Der Hauptbahnhof hätte ein Vorzeigeprojekt werden können, wenn die ÖBB von vornherein auf mehr Umweltfreundlichkeit gesetzt hätte und die Forderungen der „Bürgerinitiative Bahnhof Wien“ und der Grünen umgesetzt hätte. In Ökologischer Sicht ist der Hauptbahnhof Wien eine vertane Chance.

Photovoltaik:
Stromerzeugung auf den Bahnsteigdächern – 1.000 m² Voltaik-Paneele erzeugen 128 MWh pro Jahr, dies ergibt eine CO2-Einsparung von bis zu 52 Tonnen pro Jahr. Die Entscheidung, auf den Bahnsteigdächern Photovoltaik-Paneelen zu montieren, fiel erst im Frühjahr 2011 Siehe: https://schaffnerin.wordpress.com/2012/07/11/hauptbahnhof-wien-ist-der-erste-bahnhof-osterreichs-mit-solardach-zur-energiegewinnung/ Es wurde nur auf den Dächern über den Bahnsteigen Voltaik-Paneele montiert. Siehe: https://schaffnerin.wordpress.com/2014/04/12/rautendach-vollendet/
Die Forderung. die Lärmschutzwände aus Voltaik-Paneelen zu bauen, wurde nicht verwirklicht. Im Bereich des Hauptbahnhofes ist die eine Seite fast genau nach Süden ausgerichtet und wäre ideal als Sonnenkraftwerk geeignet gewesen. Ganz zu schweigen von den Lärmschutzwänden, die zwischen Meidling und Hauptbahnhof, die alle nach Süden ausgerichtet sind. Siehe: https://schaffnerin.wordpress.com/2008/05/05/larmschutzwande-als-sonnenkraftwerk/

Geothermie:
Sie wird zum Heizen und Kühlen des Bahnhofes verwendet. So werden pro Jahr ein Energieertrag bei Wärme von 1.880 MWh und bei Kälte 475 MWh erzielt. Dies ergibt eine jährliche CO2-Einsparung von 415 Tonnen.

Grauwasser:
Regenwasser wird in einem 1.500 m3 großes Auffangbecken geleitet und für die Reinigung der Zugtoiletten verwendet. Siehe: https://schaffnerin.wordpress.com/2013/05/09/grauwasserspeicher/
Der Speicher wurde auch erforderlich, um das Kanalnetz zu entlasten. Siehe: https://schaffnerin.wordpress.com/2012/11/24/grauwasserspeicher-zur-entlastung-des-kanalnetzes/
Die Forderung nach einem Regenwassermanagement für das gesamte Entwicklungsgebiet wurde leider nicht verwirklicht. Siehe: https://schaffnerin.wordpress.com/2008/08/25/regenwassermanagement-ist-nicht-nur-versickerung/

Transportvermeidung während der Bauphase:
Durch intelligente Baulogistik wurden rund 46.000 LKW-Fahrten eingespart. Dies entlastete das umliegende Straßennetz. Hier wurde meiner Meinung nach großartiges geleistet:
• Betonproduktion auf der Baustelle erspart ca. 6.000 LKW-Fahrten
• Recycling und Wiedereinbau von Abbruchmaterial ersparte ca. 10.000 LKW-Fahrten
• Bahntransport von Aushubmaterial ersparte ca. 30.000 LKW-Fahrten.