Zu große Baugrube für das Erste Campus? Kein Platz für den Radweg?

Die Baugrube für das Erste Campus ist schon längere Zeit ausgehoben. Im Sommer wurden die Gleise der Straßenbahn am Wiedner Gürtel in der endgültigen Lage verlegt.

Ein aufmerksamer Radfahrer hat die Günen Wieden angeschrieben und angefragt, ob der geplante Radweg am Gürtel zwischen Karl-Popper-Straße und Arsenalstraße vor dem Erste Campus nicht realisiert wird. Er schrieb, dass die Baugrube zu nahe an die Gleise heran reicht.

Eine Besichtigung vor Ort zeigte, dass zwischen Baugrube und Gleisen kaum 4 Meter Platz bleibt. Zu wenig Platz für eine Haltestelleinsel, einen Radweg und einen Gehsteig.

Hier kommt die Haltestelle für die Straßenbahnlinien. Rechts ist die Außenwand der Baugrube erkennbar.

In den Plänen zur Umweltverträglichkeitsprüfung ist zwischen Straßenbahn und Außenfront des Erste Campus der Haltestellenbereich (3,5 Meter), ein Radweg (3 Meter) und ein Gehsteig (4,80 Meter) vorgesehen. Das ergibt insgesamt einen Platzbedarf von 11,30 Meter. Dies ist wesentlich mehr als tatsächlich vorhanden ist. Stellt sich die Frage: Ist die Baugrube zu groß geraten?

Geplanter Querschnitt des Wiedner Gürtels im Bereich des Erste Campus.

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Das Straßenbahn-Ausbauprogramm ist auch für den neuen Hauptbahnhof wichtig

In der Sitzung der Stadtentwicklungskommission (STEK) am 31. Jänner 2012 präsentierte die Stadt Wien das Straßenbahn-Ausbauprogramm für die kommenden Jahre. Das derzeit in Bearbeitung befindliche Ausbauprojekt der Linie D bringt die Straßenbahn direkt unter den neuen Hauptbahnhof mit direkten Zugängen zu den Bahnsteigen.

Weiters wurden als vorrangige Planungen die Verlängerung der Linien O und 18 vorgeschlagen. Die Linie O wird Teile des 20. Bezirks erschließen. Die Verlängerung der Linie 18 bildet eine direkte Verbindung in den Prater und vor allem zur Wirtschaftsuniversität.

In dem Plan ist noch eine Linie vom Hauptbahnhof Richtung Süden angedeutet.

In der gleichen Sitzung wurde die Machbarkeitsstudie zum 13er präsentiert. Auf Grund der hohen Kosten (120 Millionen Euro) wird die Umstellung leider zurückgestellt.

Für den Hauptbahnhof ist es wichtig, dass er von möglichst vielen Linien (Straßenbahn und Bus) angefahren wird. Es ist zu begrüßen, dass das Liniennetz rund um den neuen Hauptbahnhof ausgebaut wird. Diese Linien bedienen einen großen Teil Wiens ohne Umsteigen. Eine  zusätzliche U-Bahnlinie  erschließt ohne Umsteigen NUR das Gebiet entlang der Linie und verursacht außerdem enorme Kosten. Auch das im Gespräch befindliche Linienkreuz U2/U5 ist auf Grund der hohen Kosten und der geringen Wirksamkeit für den neuen Hauptbahnhof keine Alternative und daher abzulehnen.