Fachveranstaltung der Österreichischen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft (ÖVG)

Teil 1: Hauptbahnhof Wien –  Verkehrsknoten aus eisenbahnbetrieblicher Sicht

Ende November veranstaltete die Österreichische Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft (ÖVG) eine Fachveranstaltung im Festsaal der Technischen Universität mit folgenden Vorträgen:

  1. Hauptbahnhof Wien – Verkehrsknoten aus eisenbahnbetrieblicher Sicht
    Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Herwig Wiltberger, ÖBB-Infrastruktur AG
  2. (Bau)fortschritt beim Projekt Hauptbahnhof Wien
    Dr. Karl-Johann Hartig, Gesamtprojektleiter Hauptbahnhof Wien, ÖBB-Infrastruktur AG
  3. Der Hauptbahnhof und seine Einbettung in das Nahverkehrsnetz der Stadt
    Direktor Dipl.-Ing. Günter Steinbauer, Wiener Linien

Hier eine kurze Zusammenfassung des Vortrages Hauptbahnhof Wien – Verkehrsknoten aus einbahnbetrieblicher Sicht von Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Herwig Wiltberger, ÖBB-Infrastruktur AG

Warum ein Hauptbahnhof?
Ohne zentralen Umsteigebahnhof ist kein TEN-Knoten (TEN = Trans-European Networks) möglich. In Wien kreuzen sich die PP 1 Baltic – Adria Corridor mit dem PP 10 Straßburg – Donau Korridor.
Eine Verknüpfung der Züge aus Norden, Osten, Süden und Westen ist nur am neuen Hauptbahnhof möglich.
Bahnhof Meidling und Hauptbahnhof ergänzen sich in idealer Weise

Wie sieht das Betriebskonzept aus?

• Ein Durchgangsbahnhof statt zweier Kopfbahnhöfe

• Direktere und raschere Verbindungen für die Reisenden, Durchbindung in alle Richtung ist möglich • Bessere Übersicht dank Führung der Züge in gleicher Fahrtrichtung am selben Bahnsteig (Richtungsbetrieb)

• Bequemes Umsteigen am selben Bahnsteig

• Flexible und leistungsfähige Betriebsführung durch zwei parallele Gleise in gleicher Fahrtrichtung

• Mittige Anordnung der auf ein Minimum beschränkten Betriebsanlagen

erlaubt eine einfache Betriebsabwicklung und geringere Umweltbelastung

• weniger Rangierfahrten

Planungsprämissen:

• Der Planung des Hauptbahnhof  wurde Rechtsverkehr zu Grunde gelegt.

• Die heute linksgeführte Südbahn wird in Ausbauetappen ohne größeren Mehraufwand auf rechtsgeführten Betrieb umgestellt

• Bei der Planung des Hauptbahnhofes Wien wurde Richtungsbetrieb (bahnsteiggleiches umsteigen – umsteigen in dieselbe Richtung am selben Bahnsteig) vorgesehen. Beim Bahnhof Wien Meidling wird der Linienbetrieb (am selben Bahnsteig halten die Züge einer Linie in beide Richtungen) beibehalten. Dies schafft optimale Verknüpfungsmöglichkeiten im Personenfernverkehr bzw. Personennahverkehr

Konzentration der Produktionsanlagen:

Die Produktionsanlagen, die auf dem gesamten Bahngelände zerstreut lagen, wurden auf einen Standort mittig zwischen den Schnellbahngleisen und den Fernverkehrsgleisen zwischen Meidlinger Bahnhof und  Hauptbahnhof konzentriert. Einzig die Verladerampe „Auto im Reisezug“ liegt im Osten des Hauptbahnhofes. Durch diese Konzentration gibt es wesentliche Verbesserungen im betrieblichen Ablauf und macht große Flächen für die städtebauliche Entwicklung frei.

Die Umstellung von Links- auf Rechtsverkehr erfolgt auf der Süd- und Schnellbahn am Tag des Fahrplanwechsels am 9. Dezember 2012.  Sie erfordert nur geringe Umbaumaßnahmen. Nur bei direkten Umsteigrelationen zwischen Schnellbahn und U-Bahn, wie z. B. in der Station Handelskai  gibt es größere Umbaumaßnahmen. Ab Dezember 2012 gibt es nur mehr auf der Franz-Josef-Bahn Linksverkehr. Sie wird erst im Jahr 2016 auf Rechtsverkehr umgestellt.

Am 9. Dezember 2012 wird auch der neue Hauptbahnhof teilweise in Betrieb genommen.

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