Wiener Westbahnhof wird zum Einkaufszentrum

Vor mehr als einem Monat, am 23. November 2011 wurde der Wiener Westbahnhof nach mehr als dreijähriger Bauzeit wieder eröffnet. Die Philosophie der ÖBB ist klar erkennbar: bevor die Fahrgäste zu den Schaltern in der Halle gelangen, müssen sie einen Umweg durch einen Großteil des Einkaufszentrums nehmen.

Im Hintergrund sieht man die Rolltreppen in die Kassenhalle

Der direkte Zugang in die Kassenhalle führt nur über eine feste Treppe. Wieder einmal werden die Interessen der vielen Tausenden PendlerInnen ignoriert, die möglichst bequem und rasch von einem Öffentlichen Verkehrsmittel in ein anderes umsteigen wollen. Der direkte Weg bedeutet  – Stiegen steigen, oder man muss eben den Umweg durchs Einkaufszentrum in Kauf nehmen.

Feste Treppe zur Ebene in der sich die Fahrkarteschalter befinden, bzw. die Fahrkartenautomaten stehen

Nur in der Bahnhofhalle herrscht noch die Atmosphäre von einem Bahnhof.

Rolltreppe von der unteren Ebene in die Kassenhalle

Der Rest ist Einkaufszentrum pur. Mit Durchblicken von allen Ebenen. Ein Vorgeschmack auf den zukünftigen Hauptbahnhof. Das Konzept ist das gleiche. Auch dort wird es Durchblicke von allen Ebenen geben.

Durchblick von der untersten Ebene.

Im Hintergund die Bahnhofshalle

Welche Auswirkung des neuen Einkaufszentrums am Westbahnhof auf das Einkaufsverhalten der PendlerInnen haben wird, ist noch offen. Möglich ist, dass die Kaufkraft vorwiegend aus der Mariahilfer Straße abgezogen wird,

Auf jeden Fall ist zu hoffen, dass auf Grund der guten Öffi-Anbindung viele Menschen auf das Auto verzichten und nicht ins angrenzende Niederösterreich fahren und am Bahnhof einkaufen.  Damit bleibt die Kaufkraft in Wien, bzw. ist zu hoffen dass die NiederösterreicherInnen mit der Bahn nach Wien einpendeln und ihr Geld am Bahnhof bzw. in der Bundeshauptstadt ausgeben.