Informationsveranstaltung mit der Grünen Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou zum Gürtelausbau und Hauptbahnhof

Am Donnerstag, 16. Juni lud der Grüne Rathausklub und die beiden Grünen
Bezirksvorsteherstellvertreterinnen Eva Lachkovics (3. Bezirk) und Barbara
Neuroth (4. Bezirk) zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung zum
Gürtelausbau und Hauptbahnhof ein.

Viele Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit sich zu informieren und mit den
PolitikerInnen zu diskutieren.

Am Podium saßen
Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou, Gemeinderat und Grüner Sprecher für
Umweltschutz und Verkehr Rüdiger Maresch, Bezirksvorsteherstellvertreterin Eva
Lachkovics (3. Bezirk) und Bezirksvorsteherstellvertreterin Barbara Neuroth,  (4. Bezirk).

Zu Beginn informierte der Dienststellenleiter der MA 28 Engleder über den Anschluss der A  23 (Tangente) an den Landstraßer Gürtel und die Verbreiterung des Wiedner  Gürtel von 45 auf 60 Meter im Bereich des Hauptbahnhofes und Verkehrsmaßnahmen  rund um den Hauptbahnhof.  Dies sind alles Altlasten und stammen noch aus der Zeit vor der Koalition und müssen nun von der neuen Planungsstadträtin Maria Vassilakos vollzogen werden.

Nach einführenden Informationen kam es zu teilweise sehr heftigen Diskussionen.  Durch weitere fundierte Informationen wurde sehr viel des vorhandenen Unmuts  abgebaut.

Anschluss der A 23 (Tangente) an den  Gürtel

Der neue Anschluss der Tangente wird vierspurig unter dem Gürtel hindurchgeführt und
soll eine Verbesserung für die Straßenbahnlinie 18 und für die AnrainerInnen  bringen. Die Straßenbahn kann zügiger die Kreuzung passieren und für die  AnrainerInnen wird die Lärmbelastung durch die Unterführung und die Einhausung  eines Teil der Abfahrt reduziert. Hier gab es heftige Kritik der AnrainerInnen,
die die Lärmschutzmaßnahmen als unzureichend empfinden. Die ASFINAG weigert  sich aus Kostengründen die Lärmschutzwände zu erhöhen und so den Schutz zu
verbessern. Der Vizebürgermeisterin wurde eine Unterschriftenliste überreicht und sie wurde gebeten sich für eine Verbesserung bei der ASFINAG stark zu machen. Sie wird die Forderungen an die zuständig Stadträtin für Umweltschutz Ulli Sima weiterleiten, sich aber im Rahmen ihrer Möglichkeiten für eine  Verbesserung des Lärmschutzes einsetzen.

Ghegastraße

Die Unterführung unter dem Bahnhof in Verlängerung der Ghegastraße weist mehrere  Fahrspuren auf und die AnrainerInnen befürchten,  dass hier ein Schleichweg vom Gürtel in den 10. Bezirk entsteht und die zukünftige Verkehrsbelastung der Ghegastraße stark erhöht wird. Laut Expertenmeinung wird sich die Verkehrsbelastung nicht erhöhen, was vom Grünen Umweltsprecher Rüdiger Maresch stark angezweifelt wird. Die Situation wird nochmals genau untersucht und es soll nur eine Durchfahrt für Busse und RadfahrerInnen geben.

Franz-Grill-Gasse

Die Franz-Grill-Gasse soll ausgebaut werden. Sie führt von der Südbahnhofbrücke bis zur Anschlussstelle der A 23. Dieses Bauverfahren ist in der Planungsphase und
muss einer eigenen Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werden. In dieses Verfahren werden die BürgerInnen miteinbezogen. Die BewohnerInnen des Arsenals befürchten, dass sie auf allen Seiten von stark befahrenen Straßen eingekreist werden.

Wiedner Gürtel

Der Umbau des Wiedner Gürtels stößt bei den Anrainerinnen und Anrainer auf Kritik. Seit langen wünschen sich die AnrainerInnen einen besseren Lärmschutz. Zum einen
eine Verschwenkung der Fahrbahn Richtung Süden und Baumpflanzungen auf der Seite der Wieden. Beide Forderungen werden nicht erfüllt, deshalb ist die Verärgerung unter den AnrainerInnen groß.

Um den Lärm zu reduzieren ist eine Reduzierung der Geschwindigkeit ein wirksames Mittel. Dies soll in der nächsten Zeit umgesetzt werden um so Verbesserungen für die
Anrainerinnen und Anrainer zu erreichen.

Kritisiert wurde auch, dass das Stationsgebäude des Hauptbahnhofs auf beiden Seiten offen bleibt und nicht geschlossen wird. (Dazu siehe auch „Keine Einhausung“ http://wieden.gruene.at/hauptbahnhof/artikel/lesen/74131/) Es wird nur eine drei Meter hohe Lärmschutzwand gebaut. Der gesamte Bahnlärm, stehen bleibende und anfahrende Züge, durchfahrende Güterzüge und die Bahnsteigansagen werden sich fast ungehindert in die Umgebung ausbreiten und so die Bevölkerung belästigen.

Um die Zufahrt zum Hauptbahnhof und dem umliegenden Büros und Wohnungen zu  ermöglichen, werden zusätzliche Abbiegespuren am Gürtel gebaut, was zu einer Verbreiterung des Gürtels von 45 Meter auf 60 Meter führt. Baumpflanzungen auf Seite des 4. Bezirks sind wegen der vielen Einbauten nicht möglich.

Öffentlicher Verkehr

Die Schnellbahnstation Südbahnhof bleibt erhalten. Sie wird umgebaut. Ob die provisorischen Zugänge im Schweizergarten bleiben oder vor den Ersten Campus
verlegt werden, ist noch nicht entschieden.

Die Schleife der Straßenbahn im Schweizer Garten bleibt und wir d weiterhin vom 13 A benützt.

Die anfänglich gereizte Stimmung unter den BesucherInnen wurde im Laufe der Diskussion immer ruhiger. Dies zeigt wieder einmal, wie wichtig die Information
der Bürgerinnen und Bürger ist. Die Grünen und auch die Grüne Stadträtin werden in Zukunft alles daran setzen die Bürgerinnen und Bürger von Beginn an von
großen Bauvorhaben in die Planungsabläufe miteinzubeziehen.

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Tag der offenen Baustelle

Am Freitag, 17. Juni hatte die Bevölkerung die Möglichkeit im Rahmen des „Tag der offenen
Baustelle“ einen Teil des zukünftigen Hauptbahnhofes zu besichtigen. Es war
dies eine Veranstaltung im Rahmen der Informationspolitik der ÖBB über die
Baustelle des Hauptbahnhofes, die vorbildlich ist.

Schon von weitem sieht man die Stahlkonstruktion des Rautendaches.

Die Dachkonstruktion vom Straßenniveau aus

Das Dach von Durchfahrtsgleis aus – hier fahren in Zukunft die Güterzüge durch den Bahnhof

Ein Schaubild der Stahlkonstruktion des Rautendaches

Links wird das Gleis verlaufen und rechts sieht man die Bahnsteigkante des Bahnsteiges 10

So wird die Lärmschutzwand aussehen.

Die Lärmschutzwand reicht nur ca. 3 Meter über das Bahnsteigniveau und reicht nicht bis zum Dach.
Dadurch bleibt die „Bahnsteighalle“ offen und der Lärm kann sich ungehindert in
die Umgebung ausbreiten. Näheres siehe  http://wieden.gruene.at/hauptbahnhof/artikel/lesen/74131/

Links die Lärmschutzwand, ganz rechts der Bahnsteig, dazwischen der Trog für das Gleis des Bahnsteigs 10 und des Durchfahrtsgleises für den Güterverkehr.

Ein Muster der südlichen Fassade des Bahnhofes

Der zukünftige Durchgang zur Bahnhofshalle

Blick in die noch offene Durchgangshalle. Ganz links und rechts die Tragwerke für die Gleise. Im Hintergrund die Schalung für die Stiege zum Bahnsteig.

Die südliche Front über die Favoritenstraße und Laxenburgerstraße

Beginn der Montage des Rautendaches des Hauptbahnhofes

Am Mittwoch, 15. Juni wurde das erste Teil des Rautendachs
montiert. Es besteht aus einen verwirrenden Durcheinander von Stahlstäben und noch
kann man sich nicht vorstellen, wie das markante Rautendach aussehen wird.

Erst in einigen Wochen wird der südliche Teil des Daches
kontur annehmen.

Weiter Informationen siehe http://www.news.at/articles/1124/10/299458/wiener-hauptbahnhof-optisches-highlight

Umfahrungsgleise auf der Baustelle Hauptbahnhof werden am 3. August 2011 stillgelegt

Die ÖBB teilte im Bezirksforum am 30. Mai mit, dass die Umfahrungsgleise stillgelegt
werden. Zur Zeit fahren dort viele Güterzüge Richtung Kledering und erzeugen
unzumutbaren Lärm. Die ÖBB hat sich geweigert, provisorische Lärmschutzwände zu
errichten und so breitet sich der Lärm ungehindert bis in die Wohn- und
Schlafzimmer der GürtelanrainerInnen und BewohnerInnen des Arsenals aus.

Leider bedeutet dies nicht, dass der unzumutbare Lärm der Vergangenheit angehört. Die
Güterzüge werden ab diesen Zeitpunkt jene Gleise benützen, die durch den neuen
Hauptbahnhof führen und auf denen auch in Zukunft die Güterzüge durch den
Hauptbahnhof donnern werden. Die liegen etwas südlicher und höher als die
Gleise derzeit und dadurch ist zu erwarten, dass der Lärm etwas geringer ausfallen wird.

Die ÖBB wird wieder aus Kostengründen keine provisorischen Lärmschutzwände errichten. So
werden die AnrainerInnen entlang dem Gürtel und im Arsenal weiterhin unter der
Lärmbelastung zu leiden haben. Erst wenn der Bahnhof fertig gestellt sein wird,
wird es Lärmschutzwände am nördlichen Rand des Bahnhofsgeländes geben. Dann wird sich weisen, ob die in der Umweltverträglichkeitsprüfung vorgeschriebenen
Lärmschutzwände ausreichend sein werden.

Der Wiedner Gürtel im Bereich Hauptbahnhof wird 60 Meter breit. Der Ausbau ist im vollen Gang

Um den Autoverkehr zu bewältigen, der ins Stadtentwicklungsgebiet Hauptbahnhof will
wird der Gürtel ausgebaut. Es werden zusätzliche Abbiegespuren gebaut. Dadurch
erreicht der Wiedner Gürtel im Bereich Hauptbahnhof 60 Meter Breite. Derzeit ist
er „nur“ 45 Meter breit. Die Bauarbeiten sind im vollen Gang.

Der Mittelstreifen wurde entfernt, damit wird Platz für die Autos während der
Bauarbeiten  geschaffen.

Die Fahrspuren Richtung Tangente wurden nach Norden verlegt, um Platz für den Bau
der neuen Fahrspuren zu schaffen.

Hier werden die Gleise der Linie 18 und O verlegt. Die neue Linienführung soll im August in
Betrieb gehen.

Dann werden die Fahrspuren Richtung Tangente gebaut. Im nächsten Jahr werden Fahrspuren  Richtung Westen gebaut.

Bei der Teilinbetriebnahme des Hauptbahnhofes Ende 2013 ist der Wiedner Gürtel fertig  gestellt.

Die Bürgerinitiative Hauptbahnhof, unterstützt von den Grünen Wieden forderte
immer  wieder ein Abrücken der Gürtelfahrbahnen von der Häuserfront. Leider hat man dies nicht in der Planung nicht vorgesehen. Dies hätte Platz für die
Pflanzung einer Baumreihe geschaffen und der Wiedner Gürtel hätte für ein
kurzes Stück den Anblick eines Boulevards geboten. Für die BewohnerInnen hätte
es eine Verringerung der Lärmbelastung gebracht, insgesamt eine Verbesserung
der Lebensqualität.