Zwei Ausstellungen der ÖBB im Südbahnhof

Die letzten Tage des Südbahnhofes sind gekommen. Am Sonntag, 13. Dezember ist es so weit: der Südbahnhof wird geschlossen um dann abgerissen zu werden. Die ÖBB veranstaltet noch zwei Informationsausstellungen. Den Besuch dieser Ausstellungen könnten Sie mit einem Abschied vom Südbahnhof verbinden.

Ausstellung „Wettbewerb ÖBB-Konzernzentrale“ und Präsentation angrenzender Hochhäuser

28.11.-4.12.2009, täglich geöffnet von 12.00 – 20.00 Uhr
Wien Südbahnhof, Halle Ostbahnhof

 

Ausstellung „Hauptbahnhof Wien – aktueller Projektstand“

9.-12.12.2009, täglich geöffnet von 12.00 – 20.00 Uhr
Wien Südbahnhof, Halle Ostbahnhof

Maximierung der verkaufbaren Flächen auf Kosten des Schweizergartens und der Allgemeinheit.

Wie sich jetzt wieder zeigt, werden im Rahmen der Bautätigkeit für den Hauptbahnhof immer mehr Flächen des Schweizergartens für angeblich provisorische Bauten und Verkehrsflächen verwendet. Um die Flächen für die Bürohäuser zu vergrößern wird die Baulinie der zukünftigen Gebäude näher zur Arsenalstraße hin verrückt. Um die erforderlichen Flächen für die notwendige Verkehrsinfrastruktur (Straßen, Gehsteige) zu erhalten, wird ganz einfach in den Schweizergarten hinein erweitert und betoniert. Die ÖBB erhält mehr Bauland zum Verkaufen, und das geht auf Kosten und zu Lasten des Schweizergartens.

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Verbreiterung auf Kosten des Parks

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Verbreiterung der Verkehrsfläche auf Kosten des Parks

Zum Glück gibt es das 20er Haus. In diesem Bereich ist ein Ausweichen in den Schweizergarten nicht möglich.

Für die rasche und kostengünstige Durchführung des Projektes Hauptbahnhof ist die Verlegung der Zugänge zur S-Bahn in den Schweizergarten erforderlich. Soll auch ein Provisorium sein. Ein Drittel dieser Kosten bis maximal € 720.000,- übernimmt die Gemeinde Wien.

Profitabel für die ÖBB. Für sie wird der Abriss des Südbahnhofes billiger. Profitabel aber auch für die Immorent. Das Grundstück wird frei von den S-Bahn-Zugängen. Dadurch wird die Bebaubarkeit verbessert und der Wert des Grundstücks erhöht sich. Im Gegenzug dazu verliert die Gemeinde Wien einige Quadratmeter an Grünfläche und der Schweizergarten wird kleiner. Die Vorteile liegen eindeutig bei der ÖBB, die Nachteile bei der Gemeinde Wien, und damit bei uns allen.

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Baustelle der "provisorischen" Abgänge zur Schnellbahn

Bleibt zu hoffen, dass all diese „Provisorien“ nach Fertigstellung des Hauptbahnhofes wieder rückgängig gemacht werden.

Fünf Bäume sollen für die Haltestelle der Linie 18 gefällt werden.

Die Auf- und Abgänge der S-Bahnhaltestelle Südbahnhof werden in den Schweizer Garten verlegt, damit der Südbahnhof ohne Behinderungen abgerissen werden kann.

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Baustelle der neuen S-BAhnhaltestelle im Schweizergarten

Um kurze Umsteigwege zu erreichen, wird die Haltestelle der Linien 18 und O auch auf die andere Seite der Arsenalstraße verlegt. Das ist vernünftig und sicher zu begrüßen.

Zwischen den Gleisen und der Gürtelfahrbahn stehen Bäume.

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Bäume im Grünstreifen

Davon sollen fünf Stück gefällt werden, weil sie im Weg stehen. Das ist sicher nicht zu begrüßen. Zu begrüßen ist es, wenn alle Bäume stehen bleiben, in den Haltestellenbereich integriert und mit begehbaren Baumscheiben ausgestattet werden. Das geht ja bei anderen Haltestellen auch, als gutes Beispiel kann die Haltestelle in der Wiedner Hauptstraße bei der Mayrhofgasse angeführt werden. 

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Baumscheibe im Haltestellenbereich in der Wiedner Hauptstraße