Vielleicht sollte man den Südbahnhof doch nicht abreißen.

Wenn die Sparmaßnahmen der ÖBB beim Hauptbahnhof so weitergehen, dann bleibt eine bessere Haltestelle mit zwei Durchgangsgleisen für den Güterverkehr übrig. Um die Kosten Hauptbahnhofes zu verringern, werden Rolltreppen und Lifte gestrichen. Alles Maßnahmen, die sich sehr negativ auf den Reisekomfort der Fahrgäste auswirken. Fehlende Abgänge bei der Durchfahrt Argentinierstraße verhindern eine zusätzliche bequeme Umsteigmöglichkeit vom Oberflächenverkehr der Wiener Linien (direkter kurzer Weg von Bus und Bim) zu den Bahnsteigen der ÖBB. Mit solchen „unfreundlichen Aktionen gegen die Passagiere“ wird man kaum Menschen, die heute das Auto für das Pendeln nach Wien benützen, zum Umsteigen auf die Bahn bewegen können. 

So wie sich das Projekt Hauptbahnhof jetzt darstellt, ist es kein zukunftsweisendes Projekt mehr und rechtfertigt daher nicht die hohen Kosten.

Entweder man plant Maßnahmen, so dass der Hauptbahnhof auch für die Zukunft gerüstet ist, oder man lässt den Südbahnhof stehen.

Der Süd-Ost-Bahnhof war für seine Zeit ein herausragendes Bauwerk, was man vom geplanten Hauptbahnhof nicht sagen kann. Bis Mitte Dezember dieses Jahres, wenn geplant ist den Südbahnhof stillzulegen, sollte diese grundsätzliche Frage geklärt sein, denn sobald die Abrissbirne in Aktion tritt, ist es zu spät.

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2 Antworten

  1. Ich kann dieser Einschätzung nur zustimmen. Es ist schwer nachzuvollziehen, warum der Abriss des qualitätsvollen Bestands nicht mehr Debatten hervorruft. Nicht nur, aber auch wegen der mehr als Planung für den Nachfolgebau. Ganz abgesehen von der Bedeutung des Südbahnhofs als Architekturdenkmal: Ein Dach macht nun mal noch keinen Bahnhof und besonders die Großzügigkeit der jetzigen Anlage wird trotz der Vernachlässigung der letzten Jahrzehnte sicherlich bald von vielen Bahnhofsnutzern vermisst werden.

    P.S. Die NYTimes hat vor einigen Tagen einen bemerkenswerten Bericht über „Stuttgart 21“ veröffentlicht. Der dort vom Abriss bedrohte Hauptbahnhof ist architekturhistorisch zwar noch einmal ein anderes Kaliber, aber davon abgesehen treffen die Beobachtungen des Autors m.E. eins zu eins auch auf die Wiener Situation zu…

    http://www.nytimes.com/2009/10/03/arts/design/03railway.html?_r=1

  2. Danke für den interessanten Link, in Wien haben wir mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Zum Beispiel letztes Jahr die kontroverse um Abriss der ‚Stadt des Kindes‘. Am Hauptbahnhof geht’s natürlich um vieles mehr, da soll ein urbaner Brennpunkt entstehen und was wir bisher bei der Planung erlebt haben, kann man als Anspruchslosigkeit bezeichnen, in erster Linie von der Stadtplanung, aber auch von Fachkreisen und StadtbewohnerInnen.

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