Langsam wird es ernst!

In zwei Monaten ist es so weit: Der Südbahnhof wird gesperrt und ist damit endgültig Geschichte. Die Züge der Südbahnstrecke enden in Meidling und die Züge der Ostbahn  enden in einem Provisorium, das bis zur Fertigstellung des neuen Hauptbahnhofs in Betrieb sein wird.

Die Bahnsteige werden um ca. 150 Meter verkürzt und das Umsteigen zu den Linien 18, O, D, 13A und zur Schnellbahn wird unbequemer, da der provisorische  Bahnhof nur von der Linie 69A direkt angefahren wird. Um wie viel länger der Umsteigweg sein wird, können jetzt schon all jene Fahrgäste erleben, die an den Bahnsteigen 1, 2 und 9 ankommen. Diese  Bahnsteige sind schon jetzt verkürzt.

Bahnsteig 1

Bahnsteig 1

Informationstafel

Informationstafel

Der längere Fußmarsch ist derzeit noch unter Dach möglich. Richtig unbequem wird es erst, wenn der provisorische Ostbahnhof in Betrieb geht. Da ist man dann voll der Witterung ausgesetzt, wenn man zu den Linie 18, O, D, 13A und  zur Schnellbahn will. Oder man benützt für den Weg vom provisorischen Ostbahnhof zum Anschluss an die anderen öffentlichen Verkehrsmittel den Bus der Linie 69A, und fährt damit eine Station.  Das bedeutet einmal mehr Umsteigen und einen ziemlichen Zeitverlust. 

Das Mindeste, was die Wiener Linien an Kundenservice für ihre  Fahrgäste tun könnten, ist die Weiterführung der Linie 13A bis zum Vorplatz des provisorischen Bahnhofes.

Vielleicht sollte man den Südbahnhof doch nicht abreißen.

Wenn die Sparmaßnahmen der ÖBB beim Hauptbahnhof so weitergehen, dann bleibt eine bessere Haltestelle mit zwei Durchgangsgleisen für den Güterverkehr übrig. Um die Kosten Hauptbahnhofes zu verringern, werden Rolltreppen und Lifte gestrichen. Alles Maßnahmen, die sich sehr negativ auf den Reisekomfort der Fahrgäste auswirken. Fehlende Abgänge bei der Durchfahrt Argentinierstraße verhindern eine zusätzliche bequeme Umsteigmöglichkeit vom Oberflächenverkehr der Wiener Linien (direkter kurzer Weg von Bus und Bim) zu den Bahnsteigen der ÖBB. Mit solchen „unfreundlichen Aktionen gegen die Passagiere“ wird man kaum Menschen, die heute das Auto für das Pendeln nach Wien benützen, zum Umsteigen auf die Bahn bewegen können. 

So wie sich das Projekt Hauptbahnhof jetzt darstellt, ist es kein zukunftsweisendes Projekt mehr und rechtfertigt daher nicht die hohen Kosten.

Entweder man plant Maßnahmen, so dass der Hauptbahnhof auch für die Zukunft gerüstet ist, oder man lässt den Südbahnhof stehen.

Der Süd-Ost-Bahnhof war für seine Zeit ein herausragendes Bauwerk, was man vom geplanten Hauptbahnhof nicht sagen kann. Bis Mitte Dezember dieses Jahres, wenn geplant ist den Südbahnhof stillzulegen, sollte diese grundsätzliche Frage geklärt sein, denn sobald die Abrissbirne in Aktion tritt, ist es zu spät.