Hat sich die ÖBB mit dem Hauptbahnhof übernommen?

Die abgegebenen Angebote zur Errichtung des Hauptbahnhofes liegen weit über den Vorstellungen der ÖBB. Und daher soll die Ausschreibung  wiederholt werden.

Dies wirft einige Fragen auf. Hat die ÖBB falsch kalkuliert? Oder sind die Angebote alle überhöht, da es Absprachen gegeben hat? Beide Fragen lassen den Schluss zu: es droht ein Finanzdebakel!

Aber es gibt kein Zurück mehr, da die ÖBB ja schon einige Liegenschaften verkauft hat. Daher muss der Südbahnhof abgerissen werden und ein neuer Bahnhof errichtet werden.

Um die Kosten zu verringern, soll das Projekt abgespeckt werden. Folgende Maßnahmen sind vorgesehen:

  • Entfall der Rolltreppen in der Verteilerhalle Mommsengasse – Staus vor Aufzügen oder Kofferschleppen über Stiegen wären damit vorprogrammiert;
  • Entfall der Lastenaufzüge in der Bahnhofshalle – Überlastung der Personenaufzüge wäre die unausweichliche Folge;
  • Entfall der geplanten Geothermie-Nutzung für die im großen Umfang nötige Kühlung des Gebäudes – ein wichtiger Teil der Nachhaltigkeit fällt weg;
  • Vereinfachung der Dachkonstruktion, z.B. durch Verkleinerung (weniger „Rauten“) und Ersatz der Glasflächen durch Membranen – damit drohen letztlich teure urheberrechtliche Probleme mit den Planern des Bauwerks;
  • Reduktion der Brandschutz-Aufwendungen für das Bahnhofsgebäude wird überlegt – das bringt Sicherheitsprobleme;
  • Verlagerung und Verkleinerung der Parkgarage – dafür werden offenbar zusätzliche große oberirdische Parkflächen im Areal, womöglich vor dem Bahnhofsgebäude (!) überlegt.
  • plus betrieblich komplexe Vermengung der PKW-Parkflächen mit dem Ladehof für ÖBB und Geschäftsmieter – das führt zu logistischen Problemen.

Das Projekt soll schon jetzt bis zu 80 Mio. Euro über den von Verkehrs- und Finanzminister akzeptierten Kosten laut ÖBB-Rahmenplan liegen. Der Kostenrahmen ist erst vor Kurzem  um ca.  47,7 Mio Euro auf 933,7 Mio. Euro erhöht worden. Der Großteil dieser Erhöhung ist für den Cable Liner vorgesehen.

Selbst mit den vorgeschlagenen kundenfeindlichen Einsparungen  kann nicht einmal die Hälfte der Kostenüberschreitung „hereingebracht“ werden. Aber allein für das Teilstück des unsinnigen Cable Liner sind 40 Mio. Euro reserviert.

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2 Antworten

  1. Auch meiner Meinung ist der „Cable Liner“ unnötig und nur teuer, man sollte eine Alternative dazu finden !

    Mit freundlichen Grüßen
    Patrick

    • Sehr geehrter Herr Patrick Kernstock! Als Alternative, um zur U1 zu kommen, fordern die GRÜNEN beförderungsbänder, wie auf Flughäfen üblich. Um eine bessere Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel zu erreichen, fordern wir Abgänge von den Bahnsteigen in der Durchfahrt Argentinierstraße, damit dort zusätzliche öffentliche Verkehrsmittel mit direkten Zugang zu den Bahnsteigen fahren könnten. Mit freundlichen Grüßen Manfred Itzinger

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