Fortschreibung des Masterplans Hauptbahnhof Wien. Für die Menschen und mit den Menschen bauen, wird nicht ausreichend erfüllt.

Der Planungsausschuss des Gemeinderats hat einen überarbeiteten Masterplan Hauptbahnhof Wien beschlossen. Die wichtigsten Änderungen sind:

  • Reduzierung des Hochhauses am Südtiroler Platz von 100 m auf 88 m,
  • Anhebung der Gebäudehöhe des Hochhauses an der Sonnwendgasse von 60 m auf 88 m. In dieses Gebäude wird die ÖBB einziehen.
  • Neuaufteilung der Baublöcke der Immobilie Seeste, zum Teil eine Anhebung der Gebäudehöhe entlang der Arsenalstraße.
  • Anpassung der Immobilie der Immorent – Erste Campus an den Wettbewerbsentwurf von Henke & Schreieck. Der Wettbewerb sieht Baukörper mit geschwungenen Fassaden an Stelle von rechteckigen Baukörpern vor.
  • Campusmodell für den Schulbau und Konzentration auf einen Bauplatz.
  • Erhöhung der Bruttogeschossfläche um 3.000 m² auf 1,157.00 m².

Die Reduzierung der Gebäudehöhe von 100 m auf 88 m ist ein schöner Erfolg der Bürgerinitiative Bahnhof Wien und der GRÜNEN, die immer eine Reduzierung der Gebäudehöhe und eine Verlegung der hohen Gebäude in den 10. Bezirk gefordert haben. Ein Hochhaus im 10. Bezirk wirft seinen Schatten vorwiegend auf den Bahnhof und nicht auf die Wohnhäuser entlang des Gürtels.

Auch die Gestaltung des Erste Campus ist eine wesentliche Verbesserung gegenüber der 0/8/15 Planung des ursprünglichen Masterplanes.

Trotzdem wurde die Fortschreibung von den GRÜNEN abgelehnt, da bei der Entwicklung dieses neuen wichtigen Stadtteils die Bevölkerung viel zu wenig eingebunden wurde. Es ist wichtig, neue Instrumente der Stadtplanung zu entwickeln, denn die bestehenden erweisen sich zunehmend als untauglich und kommen den Bedürfnissen der Menschen, die in diesen Umfeld leben oder arbeiten sollen, nicht entgegen.

Advertisements

Rechnungshof prüft Hauptbahnhof.

Der Rechnungshof prüft das Projekt Hauptbahnhof, vor allem die geplanten und möglicherweise unterlassenen Verkehrsanbindungen. Die Prüfer interessieren sich für die Frage, wer von den Experten die Idee hatte, den Bahnhof wieder relativ weit weg von der U-Bahn (U1) zu situieren. Heute will keiner für diesen „Planungsfehler“ verantwortlich sein.

Schon am 28. Juli 2005 hat der Architekt Wimmer (Hauptbahnhof) angekündigt, mit einem Cable-Liner die Fahrgäste vom Südtiroler Platz zum Bahnhof zu bringen. Die Problematik der weiten Entfernung vom Bahnhof zur U1 war daher damals bekannt und bewusst. Auf die Idee, den Bahnhof etwas näher an den Südtiroler Platz zu verlegen, ist aber keiner gekommen.

Die Bürgerinitiative Bahnhof Wien hat sich im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP), sehr intensiv mit den Unterlagen für den Bahnhof befasst (immerhin etwa ein Kubikmeter !! Akten und Gutachten) und viele Kritikpunkte und Einwendungen im Rahmen des UVP-Verfahrens eingebracht. Alle diese Stellungnahmen hat die Bürgerinitiative Bahnhof Wien jetzt auch an den Rechnungshof weitergeleitet. Dieser bestätigte das Einlangen der Unterlagen und wird sie in die Prüfung mit einbeziehen.

Gegen Ende 2009 soll ein Ergebnis vorliegen. Es wird interessant sein zu sehen, zu welchem Ergebnis die Prüfung kommt und welche Kritikpunkte der Bürgerinitiative Bahnhof Wien vom Rechnungshof bestätigt werden.

Keine Güterzüge durch den Hauptbahnhof.

Das Unglück in Viareggio führt deutlich vor Augen, was geschehen kann, wenn der Güterverkehr durch einen Bahnhof, bzw. durch eine Stadt geführt wird. Die tragische Bilanz: 22 Tote und weiter Teile der Stadt sind total verwüstet.

Die ÖBB plant einen neuen Hauptbahnhof in Wien und die Güterverbindung führt weiterhin durch die Stadt und den Bahnhof. Begründet wird dies damit, dass das Geld für die Oberlaaer Schleife fehlt, die erforderlich ist, um die Züge aus der richtigen Richtung in den Verschiebebahnhof Kledering zu bringen. Hier wird am falschen Platz gespart.

Die Bürgerinitiative Bahnhof  Wien, aber auch DIE GRÜNEN fordern schon lange, dass keine Güterzüge durch den neuen Hauptbahnhof fahren dürfen. Es ist nicht auszudenken, was geschieht, wenn so ein Unglück wie in Viareggion im neuen Hauptbahnhof passiert. Nicht nur der Bahnhof selbst ist gefährdet, sondern auch die Wohn- und Bürogebäude direkt neben dem Bahnhof, Tausende Personen sind durch die dichte Bebauung gefährdet.

Es ist von der ÖBB unverantwortlich, auch nach Fertigstellung des Hauptbahnhofes Güterzüge durch den Bahnhof zu schicken. Es sind die Prioritäten im Bauprogramm der ÖBB zu überdenken und sofort alle Maßnahmen zu ergreifen, dass mit dem Bau der Oberlaaer Schleife baldigst begonnen werden kann.