Infobox am Hauptbahnhof, teure Spaß oder notwendige Maßnahme?

Machen sie sich selbst hier  einen Bild  aus den diversen Presseberichten unten, und hier können sie Ihre Stimme dazu abgeben

1241447737_5

source

„Heute“ Nr. 1168/09 vom 06.05.2009

ÖBB verteidigen 6-Millionen-Box

Infobox plus Aussichtsturm um mehr als 5,8 Millionen Euro: Wie berichtet, gehen die Wogen um das neue Besucher-Projekt am Hauptbahnhof in Favoriten hoch,die ÖVP wittert „Verhöhnung der Steuerzahler“. Die ÖBB dazu: „Der Preis ist international durchaus üblich, außerdem beziehen sich die Kosten auch auf die gesamte Lebenszeit der Einrichtung bis 2014.“ Baustart ist im August,eine Nachnutzung sei angedacht.

„Kurier“ vom 06.05.2009

Von: – G. Krause, B. Mader

Baustellen-Aussichtsturm: Errichtungskosten umstritten

Hauptbahnhof – 5,8 Mio. ¬ für ein Provisorium. So viel soll der 60 Meter hohe Aussichtsturm auf die Baustelle am Hauptbahnhof kosten, der nach Fertigstellung des Bahnhofs im Jahre 2014 wieder abgerissen wird – der KURIER berichtete. Ein ähnliches Projekt am Berliner Potsdamer Platz sei um einen weit geringeren Betrag realisiert worden, sagt ÖVP-Planungssprecher Alfred Hoch: Der Baustellenturm samt Ausstellungspavillon zum größten Berliner Bahnhof habe nur 1,5 Mio. ¬ gekostet.

Kostenstreit

Stimmt nicht, heißt es aus dem Büro Schicker. Sprecherin Vera Layr will von 6 Mio. ¬ wissen. Der Wiener Turm würde im Gegensatz zu Berlin auf dicht verbautem Gebiet entstehen und er bekomme auch zwei Aufzüge. Alfred Hoch sieht die Errichtungskosten dadurch nicht gerechtfertigt: „Das sind Ausreden. Der Stadt gehen offenbar die Argumente aus, wie man ein 5,8-Mio.-Provisorium rechtfertigen soll.“ Er fordert auch einen Wettbewerb für die angekündigte Nachnutzung des Turms. Einen Wettbewerb, den die Grünen für den ganzen Hauptbahnhof übrigens bis heute immer noch vermissen. Turm und Kosten kritisiert die Grüne Sabine Gretner weniger: „Die Stadt informiert ohnehin zu wenig. Und mit einer Nachnutzung scheint das durchaus in Ordnung.“ Der modular aufgebaute Turm samt Infobox soll einzeln abtragbar sein und könnte nach Fertigstellung des Hauptbahnhofs am Nordwestbahnhof wieder verwendet werden.

„Heute“ Nr. 1167/09 vom 05.05.2009

Kritik an teurem Aussichtsturm

Hauptbahnhof: Infobox kostet 5,8 Millionen €

„Das ist eine Verhöhnung der Steuerzahler“, wittert ÖVP-Planungssprecher Alfred Hoch einen Skandal. Die geplante Infobox mit Aussichtsturm soll die Fortschritte beim Bau zeigen.

Advertisements

Arsenal als Zukunftsviertel?

Lese-tip (hier klicken)

wird in den nächsten 10 Jahren das Zentrum der Stadt leicht nach Süden verlagert werden?

Suedbahnhof_Wien

Gürtel untertunneln

hat es letztlich geheißen. Dass wir für mehr Grünraum sind, ist ja wohl klar! Aber nur gekoppelt mit intelligente Verkehrsmaßnahmen und nicht mit solchen die teuer, sinnlos und in Wirklichkeit nicht machbar sind!

andere Baustelle….

…..nette Fotogeschichte hier im ‚Standardonline‘

Westbahnhof-Halle

Halle-Westbahnhof 2

mehr Bilder hier

Die Halle vom Südbahnhof hat ähnliche räumliche Qualitäten, aber sie wird ab Dezember 09 abgetragen. Ich finde es Schade, dass die einfachste Lösung meistens bedeutet zerstören und neu bauen. Wäre es nicht spannend, die alte halle mit ihren fantastischen Räumlichkeiten im neuen Stadtteil zu integrieren?

Südbahnhof

Südbahnhof

Wie geht die ÖBB mit BürgerInnen um

Die ÖBB beschert uns eine Milliarde € Verlust (seltsame Geschäfte im In- und Ausland), 4 Millionen € Boni für gescheiterte Manager und dann ein Hauptbahnhofprojekt, dass an einem anderen Standort besser gewesen wäre (westlich der Laxenburgerstrasse).

Wien braucht einen Hauptbahnhof mit breiten Bahnsteigen wie zum Beispiel die vom Praterstern und keine engen nur weil zu wenig Platz da ist wegen der Immobilienentwicklung. Jetzt haben wir ein Immobilienprojekt mit einem Hauptbahnhof garniert mit einem Cableliner um mindestens 40 Millionen € und auch nur weil der Bahnhof zu weit weg von der U1 ist und weil die Firma Doppelmayr super lobbyiert hat bei der Stadt Wien.

Seltsamer Umgang mit den BürgerInnen

Als ob es noch nicht genug wäre gibt es einen zwar rechtlich korrekten aber doch seltsamen Umgang mit BürgerInneninitiativen. Nach intensiven Kontakten vor Beginn der Umweltverträglichkeitsprüfung schaut die Sache nach ihr ganz anders aus. Da braucht es keine Kontakte mehr, man hat ja was man so brauchte. Gespräche werden abgesagt, jetzt ist ja rechtlich alles klar.

Es bleibt ein schaler Geschmack zum Bahnhof und zur Umweltverträglichkeitsprüfung im Besonderen. Wenn es sich nicht auszugehen scheint für die Betreiber, dann wird man erfinderisch, man hat ja die besten Anwaltskanzleien. Es zahlen ja sowieso die SteuerzahlerInnen, ganz gleich ob die Boni oder die Kanzleien.

Die Gewaltenteilung in Österreich lässt zu wünschen übrig

Die Behörde ist identisch mit der Auftragsgeberin, dem Ministerium bzw. der Stadt Wien. Da scheint ja mit der nicht durchgeführten Gewaltenteilung noch einiges im Argen zu liegen. Dass prüfende Behörde und Auftraggeber Ministerium bzw. Republik Österreich identisch sind verwundert, erklärt aber vieles im aktuellen Verfahren.

Österreich braucht da noch einen Demokratieschub, es kann nicht sein, dass es keine wirklich unabhängige Behörde zur für die UVP gibt. Dazu kommt das dauernde Gejammer der Auftraggeber, dass die Verfahren zu lange dauern. Das einzige, das wirklich im Argen liegt sind die abnehmenden BürgerInnenrechte in den UVP-Verfahren. Außer dem langen Namen (Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren) ist bei diesem Verfahren kaum mehr etwas interessant für BürgerInnen.

Umweltverträglichkeitsprüfung ad absurdum?

Aus der „Krone“ heute:

Umweltverträglichkeitsprüfung Hauptbahnhof: Eine Abfuhr erteilte der Umweltsenat am Dienstag der „Bürgerinitiative Bahnhof Wien“ – ihre Einsprüche im Zuge der Umweltverträglichkeitsprüfung für den neuen Hauptbahnhof wurden abgelehnt. Was die Feinstaubbelastung betrifft, so sahen die Gutachter keine Gefahr durch eine Zusatzbelastung. Auch zu einer Messung der Feinstaubwerte wird es nicht kommen, denn da könne man nicht unterscheiden, ob Emissionen in der Luft von der Baustelle stammen oder vom Wind herangebracht wurden. Die nach Fertigstellung des Projekts erwarteten zusätzlichen 32.000 Autofahrten würden ebenfalls keine gesundheitliche Belastung der Anrainer bedeuten, stellte der Senat fest. Bürgersprecher Walter Papst: „So wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung ad absurdum geführt.“

war zu erwarten! Dann bekommt das Verfahren noch eine Etikette mit ‚BürgerInnenbeteiligung‘ verpasst und damit hat sich die Sache erledigt.