Kein Postamt im neuen Hauptbahnhof!

Die Post AG hat ihre Liegenschaften neben dem Südbahnhof an die ÖBB verkauft. Diese Liegenschaften sind unbedingt für den Bau des neuen Hauptbahnhofes erforderlich. Von der ÖBB kommt jetzt die Meldung, dass im neuen Hauptbahnhof kein Postamt vorgesehen ist.

Es ist unverständlich, warum sich die Post AG bei den Kaufverhandlungen nicht die Option für ein Postamt in bester Lage im neuen Haupthof gesichert hat. Es ist absurd, dass der Hauptbahnhof und das umliegende Stadtentwicklungsgebiet ohne Postamt auskommen soll. Die Post AG sollte einmal kühl rechnen, wie viele Kundinnen und Kunden in diesem zukünftigen neuen Stadtviertel leben und arbeiten werden, wie viele Firmen in die neuen Bürobauten einziehen werden! Die Post AG wäre gut beraten nachträglich Verhandlungen mit der ÖBB für ein Postamt im neuen Hauptbahnhof aufzunehmen, wenn sie schon beim Verkauf der Liegenschaften die Gelegenheit dafür vergeigt hat.

privates Entreé

entree_jan09Im März 2008 hat das Bundesvergabeamt den bereits gelaufenen Wettbewerb für die Bahnhofcity, wo die neue ÖBB Zentrale entstehen sollte, kurz vor der Jury Entscheidung gestoppt. Der Grund war die gesetzeswidrige Ausschreibung des Wettbewerbs. Die ausschreibende Stelle, die ÖBB Immobilienmanagement GmbH, ist eine hundertprozentige Tochter der ÖBB. Als öffentliche Stelle hätte sie einen öffentlichen EU-Weiten Wettbewerb durchführen sollen. Stattdessen hatte die ÖBB Immobilienmanagement GmbH in ihrem Selbstverständnis als privater Investor und im Einvernehmen mit der Stadt Wien, nur einen geladener Wettbewerb ausgelobt. Erst nach heftiger Kritik von ArchitektInnen wurde der Wettbewerb vom Bundesvergabeamt gestoppt und als rechtswidrig erklärt.

Seit Freitag ist der Wettbewerb für die ÖBB Zentrale neu ausgeschrieben, allerdings KEIN Wettbewerb für die Bahnhofcity! Denn die neue ÖBB Zentrale soll aus ‚Kostengründen‘ südlich vom Hauptbahnhof auf einem wirtschaftlich ‚weniger‘ wertvollen Grundstück entstehen. Dafür darf die ÖBB höher bauen. Statt einem 60 m hohen Turm, wie im Masterplan vorgesehen, kommt ein 88 Meter hoher Turm, vom Belvedere nicht sichtbar und somit auch für die Weltkulturerbekommission der UNESCO angeblich akzeptabel.

Für die Entwicklung des ‚wirtschaftlich wertvollen‘ Grundstücks, auf dem die ‚Bahnhofcity‘ künftig entstehen soll, ist die ÖBB nun auf InvestorInnensuche. Das Gebäude dort wird den Eingangsbereich zum neuen Bahnhof und den neuen Stadtteil mit definieren und stark beeinflussen. Da soll ein ‚Gestaltungswettbewerb‘ stattfinden, der allerdings nicht mehr öffentlich sein muss! Die Stadt Wien nimmt wieder eine bescheidene Rolle ein. Wichtige Aspekte der Stadtentwicklung des neuen Stadtteils rund um den Wiener Hauptbahnhof bleiben von den Willkür und vom Goodwill der InvestorInnen abhängig.

Bild:ÖBB

Links zu Zeitungsberichten und Infos zum Thema

http://wien.gruene.at/stadtplanung/artikel/lesen/39748/

orf.at

http://wien.orf.at/stories/335498/

der Standard

http://derstandard.at/?id=1231152111804

http://derstandard.at/?id=1231152046686

Wiener Zeitung:

http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=4103&Alias=wzo&cob=391674

Gestaltungswettbewerb für den Südtiroler Platz von der Bezirksvertretung Wieden beschlossen.

Im September 2007 stellten die GRÜNEN WIEDEN in der Bezirksvertretungssitzung den Antrag auf Erweiterung des Planungsgebietes Hauptbahnhof Wien. Gefordert wurde die Erweiterung des Planungsgebietes im 4. Bezirk bis zum Straßenzug Belvederegasse- Rainergasse – Blechturmgasse. Der Antrag fand keine Unterstützung der anderen Fraktionen. Auch nicht von der SPÖ.

Eine Sitzung später stellten die GRÜNEN WIEDEN eine etwas abgeschwächte Version des Antrages vom September: Gestaltungswettbewerb zur Anbindung des Hauptbahnhofes an die Favoritenstraße. Die Anbindung der Favoritenstraße an den Hauptbahnhof ist eine Überlebensfrage für die Geschäftsleute in der Favoritenstraße. Dieser Antrag wurde der Verkehrs- und Planungskommission zugewiesen, wo er von der VP-Vorsitzführung nie weiter behandelt wurde und vor sich hinschlummert.

In der letzten Bezirksvertretungssitzung am 4. Dezember hat die SPÖ den Antrag auf einen Gestaltungswettbewerb für den Südtiroler Platz gestellt. Spät aber doch hat auch die SPÖ mitbekommen, dass hier unbedingt etwas geschehen muss. Dabei hat die SP im Gemeinderat eine satte Mehrheit und daher von sich aus jede Möglichkeit, tätig zu werden.

Die ÖVP Wieden stellte den Abänderungsantrag, das die Kosten aus dem Zentralbudget zu bedecken seien. Diesem Vorschlag konnten sich auch die GRÜNEN WIEDEN anschließen. Damit ist der Antrag angenommen und hoffentlich werden die entsprechenden Magistratabteilungen bald tätig, noch bevor der Hauptbahnhof 2013 fertiggestellt sein wird.

Aus für das Postamt 1103 am Südbahnhof

Um den Bau des neuen Hauptbahnhofes möglichst unbehindert durchführen zu können, wird der Südbahnhof mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2009 gesperrt und abgerissen. Mit ihm das Postamt 1103 am Wiedner Gürtel. Postamt 1103 Und wie die ÖBB in einer Informationsveranstaltung im Arsenal mitteilte, ist für die Bauzeit, immerhin vier Jahre, kein Ersatzpostamt, geplant. Und ob es im neuen Hauptbahnhof ein Postamt geben wird, steht noch nicht fest.

Hier wird auf Kosten der Bevölkerung gespart, um für die AktionärInnen höhere Dividenden zu erzielen. Eine Sperre des Postamtes 1103 bringt eine wesentliche Verschlechterung für die BewohnerInnen der angrenzenden Bezirke 3, 4 und 10. Dies bedeutet eine Verlängerung der Wege, da sich die nächst gelegenen Postämter in größerer Entfernung befinden. Das ist, besonders für ältere, gehbehinderte Personen oder Eltern mit Kindern, eine Zumutung. Die Sperre des Postamtes bringt eine eindeutige Verschlechterung der Nahversorgung mit sich.

DIE GRÜNEN verlangen daher ein leicht erreichbares Ersatzpostamt in der Nähe des alten Standortes am Wiedner Gürtel

Warum es noch immer keine Zusicherung über eine Neuerrichtung eines Postamtes nach Fertigstellung des Hauptbahnhofes gibt ist ja völlig absurd. Da plant man ein neues Stadtviertel mit Büros und Wohnungen und glaubt auf einen wichtigen Teil der Infrastruktur, ein Postamt, verzichten zu können. Wo hat man schon je den Hauptbahnhof einer Weltstadt gesehen, der über kein Postamt verfügte!

Die Post AG wird hoffentlich einsehen, dass sie ein so großes neues Stadtviertel nicht der Konkurrenz überlassen sollte, das ist vermutlich auch im Sinne ihrer AktionärInnen.

Und die ÖBB-Immobilien sollte wissen, das durch eine gute Infrastruktur der Wert ihrer Grundstücke erheblich steigen wird.

Mit einem Postamt mit Standort Hauptbahnhof profitieren alle: Die Bevölkerung, da sie ein Postamt in der Nähe hat, die Post-AG durch ein kundennahes Angebot und die ÖBB-Immobilien, durch den höheren infrastrukturellen Wert ihrer Liegenschaften.

DIE GRÜNEN fordern im oder in der Nähe des Hauptbahnhofes die Errichtung eines Postamtes, auch während der Bauzeit.