Bericht vom 2. Tag der öffentlichen Anhörung – Teil 1: Verkehrsstation

Durch ein E-Mail war ich darauf vorbereitet. Trotzdem war ich überwältigt von der Anzahl der Expertinnen und Experten, die dort zur Verfügung standen, an die hundert! Und trotzdem war ich enttäuscht über die geringe Anzahl an Bürgerinnen und Bürger, die anwesend waren.

Nach einer kurzen Vorstellung der rechtlichen Grundlagen durch Mag. Andresek und des Projektes selbst durch DI Engel, stand der ganze ExpertInnenpool zu meiner Verfügung.

Meine erste Fragerunde habe ich an dem Schlagwort der ÖBB „kundenorientierte Verkehrsstation“ aufgebaut: In der Verkehrsstromanalyse des Österreichischen Raumordnungsinstitut wird aufgezeigt, dass es auf den Bahnsteigen, vor allem bei den Abgängen, aber auch in der Bahnhofshalle ein fürchterliches Gedränge geben wird. Meiner Meinung nach wenig kundenorientiert. Eine Verbesserung würde zusätzliche Abgänge bei der Durchfahrt Argentinierstraße bringen und mehr Fahrtreppen bei der Durchfahrt Mommsengasse bringen.

Dies wird seitens der ÖBB mit der Begründung abgelehnt, die Fahrgäste würden bei vielen Abgängen die Orientierung verlieren. Aber auch, dass die Abgänge vielen nicht nutzbaren Raum unter den Treppen und Fahrtreppen erzeugen.

An der Verkehrsstromanalyse habe ich noch kritisiert, dass der, der Berechnung zugrunde gelegte, Modalsplit von der heutigen Situation hochgerechnet wurde. Die ÖBB sollte sich ein hochgestecktes Ziel setzen und z. b. 75 % der Pendler aus Niederösterreich als KundInnen gewinnen. Gerade an den hohen Benzinpreisen sieht man, wie rasch sich hier Veränderungen ergeben und dann der Bahnhof zu klein dimensioniert ist.

Die Antwort war, man hat sich an die üblichen Prognosen gehalten.

Ich brachte den Vorschlag ein, das am Vorplatz Nord die Buslinie 13A den Gleiskörper der Linie O mitbenützen soll. Dies bringt die Fahrgäste näher an den Eingang. Hier kritisierte ich allgemein, dass alle, die mit dem Auto kommen (Taxi, Garage), näher an den Bahnsteigen sind, als die Menschen, die mit dem Öffis kommen. Weiteres Beispiel: die Haltestelle der Buslinie 13A liegt neben dem Bahnhof genau in der Mitte zwischen Eingangshalle und Durchfahrt Mommsengasse. Dies ergibt für die Fahrgäste einen zusätzlichen Weg von ca. 200 Meter.

Hier wurde zuerst argumentiert, dass die Frage des Vorplatzes Nord nicht Gegenstand des Verfahrens ist. Dies wurde aber richtig gestellt, das die beiden Vorplätze zum Gleisbauverfahren gehört. Aber die Frage der Linienführung ist eine Sache der Wiener Linien und ist noch veränderbar.

Ich brachte den Vorschlag ein, die Verkaufsfläche zu verkleinern. Dies bringt mehr Bewegungsflächen für die KundInnen der Bahn und auch weniger EinkäuferInnen, die zum teil mit dem Auto anreisen. Auch eine Reduktion der Stellplätze in der Garage wäre wünschenswert, da jeder Stellplatz zusätzlichen motorisierten Individualverkehr erzeugt. Die derzeitig existierende Garage ist sehr schwach ausgelastet. Der Standort ist mit öffentlichem Verkehr gut erschlossen und die ÖBB sollte sich bemühen, die Menschen auf die Schiene zu bekommen und nicht den MIV unterstützen.

Die meisten KundInnen der Geschäfte sind die Fahrgäste und dies ist ein Service an diese zu verstehen. Die Anzahl der Stellplätze orientiert sich an der bestehenden Garage. Außerdem rechnet man mit der Zunahme von KundInnen, die die ÖBB benutzen.

Teil 2: Umwelt folgt

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