Architektur bei Wiens Bahnhöfen: Anspruch an Funktion und Ästhetik

Der Hauptbahnhof soll ein architektonisches Glanzstück moderner Architektur werden. Blickfang soll das, als Faltwerk ausgebildete, Dach werden. Daran anschließend die Bahnhofshalle, ein einfaches flaches Gebäude, das sich zwischen den Bahnsteigen und der Hochhausfront einfügt. So zu sehen in den Hochglanzbroschüren der ÖBB.

Diese Ansicht wird sicher ganz empfindlich durch den Cable-Liner gestört. Die Trasse wird auf Stelzen über den Südtiroler Platz und den Gürtel geführt und wird eine Haltestelle zwischen den Bahnsteigen und Hochhaus haben.

Welche negativen Auswirkungen das haben kann, zeigt das Beispiel Bahnhof Praterstern:

Die ÖBB baut einen Bahnhof mit einer ansprechenden grazilen Fassade mit einer großen Uhr. Dann kommt die Gemeinde Wien und setzt davor eine Überdachung des Vorplatzes.

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Dieses Vordach, eine ausgesprochene Scheußlichkeit, orientiert sich nicht an der Architektur und den Dimensionen des Bahnhofes, der fast zur Gänze verdeckt wird.

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Nicht einmal die Uhr bleibt sichtbar.

Es besteht zu befürchten, dass Ähnliches am Hauptbahnhof geschehen wird. Ein weiterer Grund, den Cable-Liner abzulehnen.

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Mehrere Kehrtwendungen ermöglichen den unsinnigen und sündteueren Cable-Liner.

Vor zwei Jahren waren alle verantwortlichen Stellen gegen einen Cable-Liner, der den Hauptbahnhof mit der U1 verbinden soll. Nur zwei österreichische Firmen die Cable-Liner bauen, haben das Projekt favorisiert und nützten die Zeit für Lobbying. Die Player sind:

  1. Die ÖBB: In den ersten Informationsveranstaltungen 2007 hörte man kategorische Ablehnung: „Ein Cable-Liner fährt sicher nicht durch die Bahnhofshalle. Das haut unsere Architektur zusammen.“
    Nach zusätzlichem Geld (€ 30 Mio. extra im Infrastrukturpaket) vom Bund hat die ÖBB ihren Wiederstand aufgegeben.
  2. Die Wiener Linien: Sie wehrten sich gegen das neue Verkehrmittel mit neuem System und Wartungsaufwand. Sie wollten vor allem nicht den Betrieb übernehmen. Auf Grund des Drucks durch die Gemeinde Wien, schwindet zumindest der offizielle Wiederstand. Intern hat man noch immer keine Freude damit.
  3. Die SPÖ: Im März dieses Jahres war sie auf Bezirksebene noch gegen das Projekt. Jetzt im Juni bezeichnet sie DIE GRÜNEN als die Verhinderer, die dieses zukunftsweisende Projekt ablehnen. Sie haben rasch vergessen, dass sie vor kurzer Zeit, 4 Monate sind in der Zwischenzeit ins Land gegangen, auch noch gegen das Projekt gestimmt haben. Hier wurden die GenossInnen auf Bezirksebene von den RathausgenossInnen auf Linie gebracht: Jetzt heißt es : pro Cable-Liner!
  4. Die ÖVP: Monatelang ganz offen für das Cable-Liner-Projekt. Sie hat in den Medien angekündigt: Cable-Liner oder Gürtelsperre! Auch hier eine Kehrtwende: Der Cable-Liner ist plötzlich nicht mehr so wichtig. Aus ganz durchsichtigen Gründen: Da die Roten mit ihrer Mehrheit das Projekt durchziehen können, kann man aus taktischen Gründen auf Opposition umschwenken, um im Bezirk auf einige zusätzliche Stimmen zu schielen.

DIE GRÜNEN sind die einzigen, die von Anfang an gegen den Cable-Liner waren. Sie unterstützen auch die AnrainerInnen-Interessen, die keine Cable-Liner Remise am Südtirolerplatz haben wollen.

Dieses Projekt ist eine Schnapsidee: Unnötig, Ineffizient, Teuer.

Siehe auch: http://wieden.gruene.at/

Infobox am Hauptbahnhof, teure Spaß oder notwendige Maßnahme?

Machen sie sich selbst hier  einen Bild  aus den diversen Presseberichten unten, und hier können sie Ihre Stimme dazu abgeben

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source

“Heute” Nr. 1168/09 vom 06.05.2009

ÖBB verteidigen 6-Millionen-Box

Infobox plus Aussichtsturm um mehr als 5,8 Millionen Euro: Wie berichtet, gehen die Wogen um das neue Besucher-Projekt am Hauptbahnhof in Favoriten hoch,die ÖVP wittert “Verhöhnung der Steuerzahler”. Die ÖBB dazu: “Der Preis ist international durchaus üblich, außerdem beziehen sich die Kosten auch auf die gesamte Lebenszeit der Einrichtung bis 2014.” Baustart ist im August,eine Nachnutzung sei angedacht.

“Kurier” vom 06.05.2009

Von: – G. Krause, B. Mader

Baustellen-Aussichtsturm: Errichtungskosten umstritten

Hauptbahnhof – 5,8 Mio. ¬ für ein Provisorium. So viel soll der 60 Meter hohe Aussichtsturm auf die Baustelle am Hauptbahnhof kosten, der nach Fertigstellung des Bahnhofs im Jahre 2014 wieder abgerissen wird – der KURIER berichtete. Ein ähnliches Projekt am Berliner Potsdamer Platz sei um einen weit geringeren Betrag realisiert worden, sagt ÖVP-Planungssprecher Alfred Hoch: Der Baustellenturm samt Ausstellungspavillon zum größten Berliner Bahnhof habe nur 1,5 Mio. ¬ gekostet.

Kostenstreit

Stimmt nicht, heißt es aus dem Büro Schicker. Sprecherin Vera Layr will von 6 Mio. ¬ wissen. Der Wiener Turm würde im Gegensatz zu Berlin auf dicht verbautem Gebiet entstehen und er bekomme auch zwei Aufzüge. Alfred Hoch sieht die Errichtungskosten dadurch nicht gerechtfertigt: “Das sind Ausreden. Der Stadt gehen offenbar die Argumente aus, wie man ein 5,8-Mio.-Provisorium rechtfertigen soll.” Er fordert auch einen Wettbewerb für die angekündigte Nachnutzung des Turms. Einen Wettbewerb, den die Grünen für den ganzen Hauptbahnhof übrigens bis heute immer noch vermissen. Turm und Kosten kritisiert die Grüne Sabine Gretner weniger: “Die Stadt informiert ohnehin zu wenig. Und mit einer Nachnutzung scheint das durchaus in Ordnung.” Der modular aufgebaute Turm samt Infobox soll einzeln abtragbar sein und könnte nach Fertigstellung des Hauptbahnhofs am Nordwestbahnhof wieder verwendet werden.

“Heute” Nr. 1167/09 vom 05.05.2009

Kritik an teurem Aussichtsturm

Hauptbahnhof: Infobox kostet 5,8 Millionen €

“Das ist eine Verhöhnung der Steuerzahler”, wittert ÖVP-Planungssprecher Alfred Hoch einen Skandal. Die geplante Infobox mit Aussichtsturm soll die Fortschritte beim Bau zeigen.

Arsenal als Zukunftsviertel?

Lese-tip (hier klicken)

wird in den nächsten 10 Jahren das Zentrum der Stadt leicht nach Süden verlagert werden?

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Gürtel untertunneln

hat es letztlich geheißen. Dass wir für mehr Grünraum sind, ist ja wohl klar! Aber nur gekoppelt mit intelligente Verkehrsmaßnahmen und nicht mit solchen die teuer, sinnlos und in Wirklichkeit nicht machbar sind!

andere Baustelle….

…..nette Fotogeschichte hier im ‘Standardonline’

Westbahnhof-Halle

Halle-Westbahnhof 2

mehr Bilder hier

Die Halle vom Südbahnhof hat ähnliche räumliche Qualitäten, aber sie wird ab Dezember 09 abgetragen. Ich finde es Schade, dass die einfachste Lösung meistens bedeutet zerstören und neu bauen. Wäre es nicht spannend, die alte halle mit ihren fantastischen Räumlichkeiten im neuen Stadtteil zu integrieren?

Südbahnhof

Südbahnhof

Wie geht die ÖBB mit BürgerInnen um

Die ÖBB beschert uns eine Milliarde € Verlust (seltsame Geschäfte im In- und Ausland), 4 Millionen € Boni für gescheiterte Manager und dann ein Hauptbahnhofprojekt, dass an einem anderen Standort besser gewesen wäre (westlich der Laxenburgerstrasse).

Wien braucht einen Hauptbahnhof mit breiten Bahnsteigen wie zum Beispiel die vom Praterstern und keine engen nur weil zu wenig Platz da ist wegen der Immobilienentwicklung. Jetzt haben wir ein Immobilienprojekt mit einem Hauptbahnhof garniert mit einem Cableliner um mindestens 40 Millionen € und auch nur weil der Bahnhof zu weit weg von der U1 ist und weil die Firma Doppelmayr super lobbyiert hat bei der Stadt Wien.

Seltsamer Umgang mit den BürgerInnen

Als ob es noch nicht genug wäre gibt es einen zwar rechtlich korrekten aber doch seltsamen Umgang mit BürgerInneninitiativen. Nach intensiven Kontakten vor Beginn der Umweltverträglichkeitsprüfung schaut die Sache nach ihr ganz anders aus. Da braucht es keine Kontakte mehr, man hat ja was man so brauchte. Gespräche werden abgesagt, jetzt ist ja rechtlich alles klar.

Es bleibt ein schaler Geschmack zum Bahnhof und zur Umweltverträglichkeitsprüfung im Besonderen. Wenn es sich nicht auszugehen scheint für die Betreiber, dann wird man erfinderisch, man hat ja die besten Anwaltskanzleien. Es zahlen ja sowieso die SteuerzahlerInnen, ganz gleich ob die Boni oder die Kanzleien.

Die Gewaltenteilung in Österreich lässt zu wünschen übrig

Die Behörde ist identisch mit der Auftragsgeberin, dem Ministerium bzw. der Stadt Wien. Da scheint ja mit der nicht durchgeführten Gewaltenteilung noch einiges im Argen zu liegen. Dass prüfende Behörde und Auftraggeber Ministerium bzw. Republik Österreich identisch sind verwundert, erklärt aber vieles im aktuellen Verfahren.

Österreich braucht da noch einen Demokratieschub, es kann nicht sein, dass es keine wirklich unabhängige Behörde zur für die UVP gibt. Dazu kommt das dauernde Gejammer der Auftraggeber, dass die Verfahren zu lange dauern. Das einzige, das wirklich im Argen liegt sind die abnehmenden BürgerInnenrechte in den UVP-Verfahren. Außer dem langen Namen (Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren) ist bei diesem Verfahren kaum mehr etwas interessant für BürgerInnen.

Umweltverträglichkeitsprüfung ad absurdum?

Aus der “Krone” heute:

Umweltverträglichkeitsprüfung Hauptbahnhof: Eine Abfuhr erteilte der Umweltsenat am Dienstag der “Bürgerinitiative Bahnhof Wien” – ihre Einsprüche im Zuge der Umweltverträglichkeitsprüfung für den neuen Hauptbahnhof wurden abgelehnt. Was die Feinstaubbelastung betrifft, so sahen die Gutachter keine Gefahr durch eine Zusatzbelastung. Auch zu einer Messung der Feinstaubwerte wird es nicht kommen, denn da könne man nicht unterscheiden, ob Emissionen in der Luft von der Baustelle stammen oder vom Wind herangebracht wurden. Die nach Fertigstellung des Projekts erwarteten zusätzlichen 32.000 Autofahrten würden ebenfalls keine gesundheitliche Belastung der Anrainer bedeuten, stellte der Senat fest. Bürgersprecher Walter Papst: “So wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung ad absurdum geführt.”

war zu erwarten! Dann bekommt das Verfahren noch eine Etikette mit ‘BürgerInnenbeteiligung’ verpasst und damit hat sich die Sache erledigt.

Bezirksgrenze verschoben – Stellungnahme dazu

Grüne Wieden zu Verschiebung der Bezirksgrenze: “Chance vergeben”

Utl.: Neuroth: “Für Wieden ist Hauptbahnhof verloren” Wien (OTS) -

Scharfe Kritik kommt von den Grünen Wieden zur geplanten Verschiebung der Bezirksgrenze zugunsten Favoritens im Zusammenhang mit dem neuen Hauptbahnhof. “Nun ist der Gürtel als Barriere einzementiert. Warum die ÖVP-Bezirksvorsteherin hier großzügig Bezirksgebiet verschenkt, ist nicht nachvollziehbar. Wir hätten uns erwartet, dass aus dem Bezirk engagierte Einflussnahme zum Projekt Hauptbahnhof kommt. Stattdessen wird mit der SPÖ zu ungunsten des Bezirks gepackelt – der Grund dafür bleibt ein Rätsel”, so die Sprecherin der Grünen Wieden, Barbara Neuroth. Sich hier nur auf Informationen durch den Planungsstadtrat und die SPÖ Bezirksvorstehung Favoritens zu beschränken, bedeutet eine starke Vernachlässgiung der Interessen der Bevölkerung Wiedens. “Das Hauptbahnhofareal würde die Möglichkeit bieten, Defizite des Bezirks wie etwa notwendige Sozialräume oder Kindergärten und kulturelle Einrichtungen abzudecken. Diese Chance ist nun vertan”, so Neuroth abschließend.

Rückfragehinweis: Pressereferat, Tel.: (++43-1) 4000 – 81814, presse.wien@gruene.at

Im neuen Hauptbahnhof sind die Bahnsteige viel zu schmal.

Die geplanten Bahnsteige sind nur ca. 12,5 Meter breit. Für einen Bahnhof dieser Größenordnung (TEN-Knoten) sind sie viel zu schmal. Dies bringt in mehrerer Hinsicht Probleme mit sich:

Es ist maximal für 3 Rolltreppen nebeneinander auf einem Bahnsteig Platz

Rolltreppen und feste Treppe können wegen der geringen Breite des Bahnsteiges nicht nebeneinander situiert werden, sondern müssen hintereinander angeordnet werden. Das ist unübersichtlich und wirkt verwirrend für die Fahrgäste.

Zwischen Bahnsteigkante und den Abgang bleiben 3,28 Meter Bewegungsraum für alle Fahrgäste, die zu den Rolltreppen streben. Wenn ein Zug auf dem Gleis steht, dann verringert sich der zur Verfügung stehende Raum um weitere 50 cm auf 2,78 Meter. Hier ist das Gedränge vorprogrammiert.

Planausschnitt mit den Rolltreppen und der festen Stiege

Planausschnitt mit den Rolltreppen und der festen Stiege

An einem Ende des Bahnsteigs, beim Abgang Mommsengasse ist nur Platz für eine Rolltreppe und eine daneben liegende feste Treppe. Dies bedeutet, dass die Fahrgäste in einer Richtung auf jeden Fall die feste Treppe benützen müssen. Zwei Rolltreppen, eine in jede Richtung, ist eine Mindestforderung für die Bahnsteige eines Hauptbahnhofs einer Weltstadt.

Abgang bei der verlängerten Mommsengasse mit nur einer Rolltreppe

Abgang bei der verlängerten Mommsengasse mit nur einer Rolltreppe

Zur Entlastung der beiden geplanten Abgänge ist es dringend notwendig von jedem Bahnsteig einen zusätzlichen Abgang bei der Argentinierstraße zu errichten. Von diesem Abgang gäbe es eine relativ kurze Gehstrecke zu den neu geschaffenen Abgängen der Schnellbahnstation. Dies würde eine zusätzliche Entlastung für die Bahnhofshalle bringen.

Bisher kann von einer nur ansatzweise zukunftsorientierten Planung hier keine Rede sein.